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Finsterwalde
Leiharbeit in der Region muss eingedämmt werden

Finsterwalde. Zweiter Gewerkschaftlicher Stammtisch formuliert klare Schwerpunkte und Ziele. Dritte Runde folgt im April 2018.

Vor wenigen Tagen trafen sich zum zweiten Mal Gewerkschaftler und Politiker Südbrandenburgs in Finsterwalde, um ihre Zusammenarbeit in arbeitsmarktpolitischen Fragen zu intensivieren. „Einigkeit in Zeiten sozialer Schieflagen herstellen“, dazu soll der gewerkschaftliche Stammtisch beitragen, so Alexander Piske, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Finsterwalde, bei seiner Begrüßung. Die von den Finsterwalder Sozialdemokraten initiierte Runde stellte sich zum Ziel, einen Forderungskatalog für die Kreis-, Landes- und Bundesebene am Abend zu erarbeiten. Die drei Schwerpunktfelder, die an diesem Abend diskutiert wurden, waren Tariflöhne, Leiharbeit und Mindestlohn, heißt es in einer Pressemitteilung.

Unter der Beteiligung der Gewerkschaften EVG, DGB, Verdi, IG Bau sowie den Betriebsräten von Kjellberg und der Verkehrsmanagement GmbH Elbe-Elster wurden nach intensiven Debatten unter anderem folgende Ziele formuliert: Kommunale Eigenbetriebe sollten mit gutem Beispiel vorangehen und nach Tarifvertrag statt Haustarif bezahlen. Die Leiharbeit soll zu einer zeitlich begrenzten Ausnahmesituation werden und Arbeitnehmer nach einer begrenzten Beschäftigungszeit in eine Festanstellung überführt werden. Ebenso sollte der Mindestlohn nur dort geschaffen werden, wo keine Tariflöhne gelten. Dieser muss auch zum Leben statt nur zum Überleben reichen. Das Tarifniveau muss sich in der Region insgesamt erhöhen, um attraktiver Standort und Lebensmittelpunkt für junge Familien zu bleiben. Frank Ernicke vom DGB brachte es auf den Punkt: „Wir wollen, dass sich alle ein kleines bisschen Wohlstand erarbeiten können, keinen Reichtum, nur Wohlstand.“

Im April 2018 soll die dritte Runde des Gewerkschaftlichen Stammtischs zur Vorbereitung des 1. Mai durchgeführt werden. Man freue sich bis dahin über neue Mitstreiter, die mit anpacken wollen.