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| 19:00 Uhr

Finsterwalder Unternehmer startet durch
Holzbausteine für kreative Kinder boomen

Das Finsterwalder Familienunternehmen CreaBLOCKS befindet sich im Aufwind mit Bauklötzen aus naturbelassenem Holz. Im Bild: Firmenchef Jens Richter (Mitte)  mit seiner Frau Victoria (r.) sowie deren Bruder Henry und Schwägerin Karina.
Das Finsterwalder Familienunternehmen CreaBLOCKS befindet sich im Aufwind mit Bauklötzen aus naturbelassenem Holz. Im Bild: Firmenchef Jens Richter (Mitte) mit seiner Frau Victoria (r.) sowie deren Bruder Henry und Schwägerin Karina. FOTO: Gabi Böttcher
Finsterwalde. Das ist eine Erfolgsstory, wie sie das Leben schreibt. In diesem Falle besser: Wie sie das Leben kreiert – aus Klötzchen. Von Gabi Böttcher

Jens Richter, Gründer und Inhaber der Finsterwalder Firma CreaBLOCKS-Holzbausteine, weiß noch zu gut, wie seine Geschäftsidee anfangs von so manchem belächelt wurde.

Bei seiner stetig wachsenden Kundschaft im In- und Ausland lösen die handlichen und unbehandelten Holzbausteine jedoch seit nunmehr zehn Jahren helle Begeisterung aus, weiß der Firmenchef zu berichten. Grund dafür sei, dass Eltern beruhigt zuschauen können, wenn ihre Kinder die naturbelassenen Bauklötze auch mal in den Mund stecken. Ältere Kinder könnten damit beeindruckende Bauwerke erschaffen.

Seit diesem Jahr hat die Firma, in der Jens Richter, seine Ehefrau Victoria, deren Bruder Henry und Schwägerin Karina zusammenwirken, ihre eigene Produktionshalle in der Max-Koswig-Straße in Finsterwalde, die früher als Discothek „Fun Hollywood“ bekannt war. Unterstützt wurde die Investition mit Fördermitteln der Investitionsbank des Landes Brandenburg und der Bürgschaftsbank Brandenburg.

Die Kästen mit den Bausteinen der Finsterwalder Firma  werben seit Kurzem auch mit den Finsterwalder Sängern für Jens Richters Heimatstadt.
Die Kästen mit den Bausteinen der Finsterwalder Firma werben seit Kurzem auch mit den Finsterwalder Sängern für Jens Richters Heimatstadt. FOTO: Gabi Böttcher

Seit dem Jahr 2010 hatten die „Lebenshilfe-Werkstätten Hand in Hand“ in Cottbus im Auftrag von Jens Richter die zunächst noch überschaubaren Stückzahlen bewältigen können. Im Zuge der Vermarktung des Spielzeuges über Amazon und weitere Vertriebswege und eine stetig steigende Nachfrage machte sich eine Ausweitung der Produktion und die Anschaffung von modernen CNC-Maschinen erforderlich. Waren in den Werkstätten der Lebenshilfe etwa 800 Bauklötze täglich herzustellen, so sind es heute 5000 Stück. In diesem Jahr verarbeitet das Unternehmen mehr als 55 000 Meter Buche-Leisten zu über einer Millionen Bauklötzen in verschiedenen Größen und Formen.

Eine eigens für CreaBLOCKS in Italien konstruierte Maschine und ein Folgemodell modernster Generation aus deutscher Herstellung ermöglichen es jetzt, eine wachsende Zahl von Liebhabern der aus Buchenholz hergestellten Klötzchen zu bedienen. Die Zusammenarbeit mit den Lebenshilfe-Werkstätten wird fortgeführt, Holzleisten und Aufbewahrungskisten für die Bauklötze-Sets kommen weiterhin aus Cottbus. Neuerdings, und darauf ist der Finsterwalder Unternehmer besonders stolz, sind die Kisten-Deckel nicht nur mit dem Firmenlogo, sondern auch mit den Finsterwalder Sängern und dem Hinweis „Holzbausteine aus der Sängerstadt Finsterwalde“ versehen.

Jens Richter, dessen Vater Bernd einst in der Sängerstadt als Tischlermeister eine Bau- und Möbeltischlerei führte, fühlt sich seiner Heimatstadt sehr verbunden. Vater Bernd war es auch, der in dem heute 45-Jährigen die Liebe zum Holz geweckt hatte, ihm seinerzeit aus Resten der Fensterproduktion einfache Bauklötze fertigte und ihm als Spielzeug schenkte. Als er später selbst Vater zweier Kinder wurde, erinnerte er sich an das fantastische Spielzeug seiner Kindheit und stellte im Jahr 2002 die ersten CreaBLOCKS-Bauklötze für seine eigenen Kinder her. Anfangs geschah dies nur für den Eigenbedarf. Aber als sich Kinder von Freunden und Bekannten, die zu Besuch kamen, ebenfalls begeistert zeigten, reifte die Idee, diese Art von Bauklötzen zum Verkauf herzustellen. Was als Hobby begann, entwickelte sich zum Nebenerwerb und die Bestätigung der Kunden gab Jens Richter Mut, dieses Vorhaben weiterzuführen.

Nach dem Berufsabschluss als Kaufmann für Bürokommunikation und verschiedenen weiteren Qualifikationen und beruflichen Stationen, zuletzt als Softwareentwickler in der Firma von Onkel Hans-Günter Richter, musste er sich 2008 zwischen der Angestelltentätigkeit als Programmierer und der hauptberuflichen Selbstständigkeit mit seinem langsam, aber stetig wachsenden Bauklötze-Unternehmen entscheiden.

Mit seiner aus Kolumbien stammenden Ehefrau Victoria, die er als seine Spanisch-Lehrerin bei einem Sprachkurs an der Kreisvolkshochschule kennengelernt hatte, fand er dann auch seine wichtigste Verbündete für seine Geschäftsidee. „Es ist die unglaubliche Genauigkeit, mit der mein Mann auf die Qualität der Steine achtet, die ich an ihm so schätze. Die Qualität ist das Wichtigste für unseren Erfolg“, sagt die 44-Jährige, die inzwischen auch voll und ganz in den Familienbetrieb eingestiegen ist. Maximal ein Zehntel Millimeter Toleranz lässt Jens Richter bei den Holzbausteinen durchgehen. Und die abgerundeten, polierten Kanten der Steine sind es, die die Klötzchen selbst für kleine Kinder, die gern alles in den Mund stecken, so verträglich machen. Hergestellt werden die Klötzchen ausschließlich aus Buchenholz, das in Wäldern Deutschlands gedeiht und ohne jegliche chemische Behandlung verarbeitet wird. „Sogar unsere Verpackung und Versandmaterialien sind plastikfrei und ökologisch abbaubar, bis hin zu den Papierklebestreifen für die Kartons“, unterstreicht Victoria Richter den Anspruch des Unternehmens, im Einklang mit der Natur zu agieren.

Viel soll sich bei CreaBLOCKS auch in den kommenden Jahren tun. Vom Aufbau eines Netzes von Händlern, die die Bauklötze anbieten, bis hin zu einem Indoor-Spielplatz am Finsterwalder Firmensitz und sogar eigenen Läden gehen die Gedanken in die Zukunft. Ein Imagefilm für die Internetseite der Firma und YouTube ist in Arbeit. „Noch dieses Jahr werden wir einen weiteren Mitarbeiter einstellen“, ist sich der Inhaber sicher.

Für Jens Richter und auch dessen Mutter Renate, die in den ersten Jahren der Firma selbst in mühevoller Handarbeit beim Klötzchenfräsen und -schleifen mithalf, zeigt sich der jetzt vollzogene Quantensprung besonders deutlich. Für das Weihnachtsgeschäft muss schon heute kräftig produziert werden, damit die Klötzchen nicht kurz vor dem Fest ausverkauft sind, wie das früher durchaus vorgekommen ist.