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| 02:35 Uhr

"Wir können alles den Bach runtergehen lassen. . ."

Peter Herrmann (M.) freut sich über die Bürgerbeteiligung.
Peter Herrmann (M.) freut sich über die Bürgerbeteiligung. FOTO: top1
Rückersdorf/Oppelhain. "Wir können darüber schimpfen, wir können alles den Bach runtergehen lassen oder wir können es einfach mal anpacken." Deutliche Worte von Peter Herrmann, seit September stellvertretender Bürgermeister von Rückersdorf und Ortsvorsteher in Oppelhain. Torsten Pötzsch/top1

Bereits in einer ersten Bürgerversammlung hat er auf die kritische Lage im Dorf aufmerksam gemacht. Für die Ortsteile Rückersdorf, Friedersdorf und Oppelhain gibt es nur noch einen einzigen Gemeindearbeiter - "für uns eine Katastrophe", wie es in Oppelhain heißt. "Es fehlt an allem und es fehlt hinten und vorn", erklärte Peter Herrmann. "Die Arbeit türmte sich überall, wie auch die Anfragen der Einwohner, ob das alles so bleiben soll."

Oppelhain trifft die Personalsituation besonders hart. Über Jahre sind im Dorf "freiwillige Kleinode", wie der Kräutergarten oder das Areal rund um die Paltrockmühle, geschaffen und gepflegt worden, die jetzt zu einer echten Last werden können.

"MAE-Kräfte oder Helfer aus dem Bundesfreiwilligendienst sind beantragt, doch man machte uns wenig Hoffnung. Wir sind sehr skeptisch, ob wir Hilfe von dieser Seite bekommen", erklärt Peter Herrmann.

Doch so schnell wollen die Oppelhainer nicht aufgeben, zu viel Geld und Herzblut stecken in vielen Objekten und Projekten. Deshalb hat man jetzt die Ärmel hochgekrempelt und sich an die Arbeit gemacht. Mehr als 30 Oppelhainer folgten, "bewaffnet" mit Harken, Besen, Kettensägen, dem Aufruf zum Arbeitseinsatz und befreiten die Dorfmitte von Laub und totem Geäst. Peter Herrmann ist zufrieden: "Viele Einwohner haben ein echtes Interesse an ihrem Lebensumfeld, die packen an und wollen keine Dreckecken im Ort entstehen lassen."