ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:04 Uhr

„Wir hoffen auf Synergieeffekte von der 1000-Jahr-Feier“

Doberlug-Kirchhain.. Zu wenig Schüler für das städtische Gymnasium und die Entscheidung über den Abzug der Fallschirmjäger aus der Lausitz -Kaserne – das vergangene Jahr machte Doberlug-Kirchhain ganz schön zu schaffen. Was das Jahr 2005 bringen soll, wollte die RUNDSCHAU von Bürgermeister Bodo Broszinski wissen. Archivfoto: Seidel



Bis zur Entscheidung, dass die Fallschirmjäger dem Standort Doberlug-Kirchhain den Rücken kehren werden, verlief das Jahr 2004 doch eigentlich ganz gut . . .
Ja, wenn wir bedenken, dass die Entwicklung zum Gerberstadt-Gymnasium dann zum Glück noch auf eine - von uns auch schon vorher angedachte - Schiene gelenkt werden konnte. Für die Stadt ist gut, dass der Schulstandort damit doch Zukunft hat.
Zum Thema Bundeswehr habe ich inzwischen etliche Termine wahrgenommen, die alle ein Ziel hatten: Wie können wir gestalten, was nach dem Abzug des Bataillons kommt„ Wie ist das Gelände zu nutzen“ Die Kasernenfläche umfasst allein 50 Hektar, der Übungsplatz ist über 1000 Hektar groß. Die Entscheidung selbst wird wohl kaum rückgängig zu machen sein, auch wenn das unsere Maximalforderung bleibt.

Welche Nutzung stellen Sie sich vor„
Wenn es kein militärisches Gelände bleibt, hoffe ich auf eine Landes- oder Bundesnutzung. Eine kleinteilige Ansiedlung würde das Objekt nicht hergeben. Dafür haben wir auch genug andere Angebote - die Gewerbegebiete Südstraße und Feldstraße, das ehemalige Hebel-Werk.

Wie wollen Sie das Land zum Beispiel für die Lausitz-Kaserne interessieren“
Man muss in Potsdam wissen, wovon wir reden. Was in der Lausitzkaserne vorhanden ist und welche Auswirkungen deren Schließung auf die Stadt hat. Da freut es mich, dass der SPD-Fraktionsvorsitzende Günter Baaske und der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion in dieser Woche in die Lausitz-Kaserne kommen. Wir werden Vor- und Nachteile aufzählen. Außerdem nehme ich selbst derzeit jeden Ansatz zu geplanten Investitionen im Land auf, um dann natürlich sagen zu können: Die Investitionen kann man sich sparen, weil es in Doberlug-Kirchhain ein Objekt mit besten Bedingungen gibt, in das bereits Millionen geflossen sind.

In diesem Jahr ist alles auf das 1000-jährige Jubiläum von Doberlug ausgerichtet.
Ich erhoffe mir von der 1000-Jahr-Feier, bei deren Vorbereitung wir schon sehr weit sind, Synergieeffekte. Die Identifikation mit dem Fest wird sich auch bei der breiten Bevölkerung hoffentlich bald einstellen. Ich wünsche mir, dass das Fest ein Höhepunkt wird, der nachhaltig auf die Stadt und die Region ausstrahlt. Und jetzt steht fest: Ministerpräsident Matthias Platzeck übernimmt die Schirmherrschaft. Das freut mich. Denn ein Ministerpräsident bekommt viele Angebote. Dass er sich dann für Doberlug-Kirchhain entscheidet, ist für mich Ausdruck einer gewissen Anerkennung. Das meinte ich bei meinem Amtsantritt, als ich davon sprach, dass ich die Stadt wieder an den märkischen Zug ankoppeln will. Wir fühlen uns zumindest wieder wahrgenommen und werden hier weitermachen.

Und was darf man baulich in diesem Jahr erwarten„
Wir wollen mit der Sanierung des Kirchhainer Marktes möglichst im ersten Halbjahr beginnen. Bis zur 1000-Jahr-Feier wird man das Schloss aus Richtung Rückersdorf in voller Schönheit sehen. Auch das Refektorium wollen wir äußerlich sanieren. Ich hoffe, dass im Frühjahr die Brücke über den Umfluter freigegeben werden kann.

. . . und in den Ortsteilen“
Anfang des Jahres wird in Werenzhain das Gemeindezentrum fertig. Für die Sanierung der Sanitärräume in der Werenzhainer Kita habe ich meine Zusage gegeben. Die will ich auch halten. Im Frühjahr geht es hier los. In Lichtena bauen wir ein Feuerwehrgerätehaus. Ich möchte eine gleichberechtigte, gut proportionale Entwicklung aller Ortsteile.

Die Verwaltungsmodernisierung liegt Ihnen sehr am Herzen. Andererseits gab es gerade hierzu heftige Debatten mit den Stadtverordneten. In anderen Städten wird einfach gehandelt. Wie geht es diesbezüglich in ihrem Rathaus weiter?
Wenn Sie auf Finsterwalde anspielen - auch wir werden unsere Sprechzeiten erweitern. Speziell im Einwohnermeldeamt ist an Markttagen durchgängig jemand erreichbar. Auch den ersten Sonnabend im Monat bieten wir bald an für jene, die außerhalb arbeiten. Verwaltungsmodernisierung umfasst aber mehr. Dazu gehört die Umstellung auf Doppik, eine nicht unerhebliche finanztechnische Änderung, die Qualifizierung der Mitarbeiter, aber auch die Rahmenbedingungen im Haus, das teilweise noch 70er-Jahre-Flair ausstrahlt. Nicht umsonst musste das Einwohnermeldeamt jetzt ausziehen. Hier gab es Auflagen bezüglich der Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter. Auf eine solche Modernisierung dränge ich nicht aus Eigennutz. Ein Rathaus ist auch ein Aushängeschild der Stadt. Bei unserem trifft das nur so lange zu, bis man es nicht betreten hat. Die Beleuchtung ist ungenügend, die Elektroanlagen sind überholungsbedürftig, W&au ml;rmeschutz und Barrierefreiheit nicht gegeben. Hier haben wir langfristig gesehen auch Einsparpotenziale.

Drei Jahre Ihrer Amtszeit liegen hinter Ihnen. Bei Kritik seitens der Stadtverordneten wünschte man Ihnen manchmal ein bisschen mehr Gelassenheit . . .
Ich möchte mir eine gewisse Sensibilität eigentlich erhalten, will mir kein dickes Fell wachsen lassen. Ich brauche Kritik und nehme Kritik ernst. Aber manchmal wünschte ich mir, dass die Abgeordneten perspektivischer mitarbeiten, sich nicht an Nebensächlichkeiten aufreiben. Es gibt genug Probleme, die wir gemeinsam konstruktiv diskutieren müssen, um dann Entscheidungen nach außen zu vertreten.

Anfang des Jahres ist die Zeit für gute Wünsche . . .
Allen Bürgern unserer Stadt alles Gute für das Jahr 2005 - auch unter den schwierigen Bedingungen. Und mir sei gestattet, an dieser Stelle speziell unserer Kämmerin Gudrun Körner alles Gute und baldige Genesung zu wünschen. Wir brauchen sie dringend im Rathaus.

Mit Bodo Broszinski sprach
Heike Lehmann
.