"Er ist wahrscheinlich der erste Storch Brandenburgs, der außerhalb einer Pflegestation überwintert hat. Sein Verhalten lässt vermuten, dass er in einem Horst aufwuchs, bei dem die Störche zugefüttert wurden", erklärt Nabu-Storchenbetreuer Adolf Weber. Die Überwinterung des Storches stehe deshalb in keinem Zusammenhang mit einer Klimaveränderung, sondern sei eher Ergebnis falsch verstandener Tierliebe. Die Brenitzer Familien Ittner und Nix dagegen haben mit viel Feingefühl den Storch über den Winter gebracht, ohne dass er sich zu sehr an den Menschen gewöhnt, lobt Weber. Inwieweit das gelungen ist, werden die nächsten Monate zeigen.

Die Ankunft der Weißstörche in ihrem Brutgebiet gilt seit Generationen als sicherer Frühlingsbeginn. Dabei bestimmt die Großwetterlage im Vorderen Orient ihre Rückkehr. Als Segler braucht er dort Aufwind und eine Luftströmung, die ihn nach Norden befördert. "2008 erreichten uns zwei Störche bereits im ersten Monatsdrittel des Märzes. 2001 kamen 95 Prozent erst im April", sieht Weber in der Statistik.