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| 02:44 Uhr

Wie kommunale Bildung in die Amtsstuben kommt

Feierstunde 25 Jahre Niederlausitzer Studieninstitut für kommunale Verwaltung mit Gründungsvätern, Landräten, Bürgermeistern und Partnern in Doberlug-Kirchhain. Die Weberknechte umrahmten mit Musikstücken auf Marimba- und Vibraphonen.
Feierstunde 25 Jahre Niederlausitzer Studieninstitut für kommunale Verwaltung mit Gründungsvätern, Landräten, Bürgermeistern und Partnern in Doberlug-Kirchhain. Die Weberknechte umrahmten mit Musikstücken auf Marimba- und Vibraphonen. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Nach der Wende haben die damaligen elf Landkreise in Brandenburgs Süden sowie die Stadt Cottbus das Niederlausitzer Studieninstitut für kommunale Verwaltung (NLSI) gegründet. Gestern traf man sich aus Anlass des 25-jährigen Bestehens zur Feierstunde in Doberlug-Kirchhain. Heike Lehmann

"Ein Vierteljahrhundert solide Ausbildung von Kommunalbediensteten" - so Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski gestern in seinem Grußwort - war Anlass, im Refektorium am Schloss Doberlug Rückschau zu halten. "Wer einen Personalausweis verlängern, ein Auto ummelden oder ein Gewerbe anmelden möchte, der hat höchstwahrscheinlich einen Sachbearbeiter vor sich, der beim Niederlausitzer Studieninstitut die Schulbank gedrückt hat", so Heinrich-Jaschinski.

Geballte Kompetenz

Der Doberlug-Kirchhainer Bürgermeister begrüßte die "geballte kommunale Kompetenz" in seiner Stadt. Unter den etwa 100 Gästen waren neben Landräten, Bürgermeistern und Amtsdirektoren auch Vertreter der Ministerien, kommunaler Spitzenverbände sowie berufsbildender Schulen. Zwei Azubis zum Verwaltungsfachangestellten lässt die Stadtverwaltung Doberlug-Kirchhain derzeit am NLSI ausbilden. Und auch Broszinski selbst habe nach seinem Amtsantritt Wissenszuwachs beim Institut gesucht.

Zu Gast war gestern auch Gründungsvater Walter Kuckertz, der als damaliger stellvertretender Landrat im Landkreis Lübben die benachbarten Landkreise überzeugen konnte, ein eigenes Institut für die Qualifizierung des Verwaltungsnachwuchses und entsprechende Weiterbildungen zu gründen. An Anlaufschwierigkeiten erinnerte Herbert Heidler, Studienleiter von 1992 bis 2000. "Aufbauhilfe leisteten Institute aus Köln, Hagen und Wuppertal. Unsere Entgelte und Umlagen waren anfangs die geringsten in ganz Deutschland", erinnerte Heidler. Als er auch Probleme mit dem Innenministerium schilderte, ging ein amüsiertes Raunen der Verwaltungsprofis durch den Saal.

Der Lehrbetrieb startete am 21. Oktober 1991. Zwischen 1992 und 1996 wurden mehr als 1000 berufliche Quereinsteiger für die nach der Wende geänderten Aufgaben in den Kommunalverwaltungen fit gemacht. Das Institut verfügt heute über zwei Standorte: den Haupt- und Verwaltungssitz in Beeskow sowie das Bildungszentrum in Lübben. Mit fünf Landkreisen (Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree und Spree-Neiße) sowie den beiden kreisfreien Städten Cottbus und Frankfurt (Oder) deckt der Zweckverband ein Drittel des Landes Brandenburg ab. Etwa 15 000 Bedienstete arbeiten in den Kommunalverwaltungen des Geschäftsgebietes.

Steigender Fachkräftebedarf

Manfred Zalenga, Landrat vom Landkreis Oder-Spree und Verbandsvorsteher des Zweckverbandes, aber Nichtabsolvent des NLSI, fasste die Entwicklungsetappen zusammen und verwies darauf, dass seit 2014/15 wieder ein steigender Fachkräftebedarf in den Verwaltungen zu spüren ist. Zu neuen Aufgabenfeldern gehöre unter anderem die Integration von Flüchtlingen.

Auch der Vorsitzende der Verbandsversammlung, Landrat Stephan Loge (Dahme-Spreewald), stimmte mit einer Ruhestandskurve auf den Personalbedarf der kommenden Jahre ein.

Insgesamt haben in den 25 Institutsjahren etwa 30 000 Personen eine Aus- oder Fortbildung genossen. Einige haben es bis ganz nach oben geschafft. Zu den prominentesten Absolventen des NLSI zählt der Oberbürgermeister der Stadt Cottbus, Holger Kelch.