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| 19:58 Uhr

Nache vielen Diskussionen
Neuer Kurs in der Gaststätte Otto?

Oppelhain. Bis zum Herbst wird die Gaststätte in Oppelhain wie gewohnt weitergeführt. Wie es dannn weitergeht, wird geprüft. Von Jenny Theiler

Um das Gewerbe der Familie Otto in Oppelhain-Rückersdorf ist in den vergangenen Wochen viel diskutiert worden. Anlass dafür war unter anderem eine virtuelle Unterschriftenaktion auf der Website „OpenPetition“ für den Erhalt der Gaststätte. Die Sorge um die Schließung der Gaststätte machte sich in der Gemeinde schnell breit. Nun äußern sich die Ottos und der Landkreis Elbe-Elster zur derzeitigen Sachlage.

Im Jahr 1993 ist eine Genehmigung zum Betrieb einer Kleingaststätte mit bis zu 20 Sitzplätzen und einer Außenterrasse mit bis zu 25 Sitzplätzen durch den Landkreis Elbe-Elster baurechtlich genehmigt worden. „Im Januar 2019 wurde dem Amt für Bauaufsicht, Umwelt und Denkmalschutz aber bekannt, dass die aktuelle bauliche Situation nicht der genehmigten entspricht“, sagt der Pressesprecher des Landkreises, Torsten Hoffgaard.

Durch die stetige baulicher Erweiterung ist eine Gaststätte mit einer Kapazität von mindestens 150 Sitzplätzen geschaffen worden, welche durch die Nutzung des Gartenbereiches noch erweitert wurde. Damit gilt die Gaststätte als Vergnügungsstätte. Das ist in ländlich geprägten Gegenden problematisch. „Die damit zusammenhängenden Emissionen sind für einen Ort wie Oppelhain einfach zu stark. Die festgelegten Ruhezeiten können nicht mehr gewährleistet werden, wenn bei uns bis spät abends Betrieb herrscht“, sagt Geschäftsführer Tim Otto.

Dennoch konnte man sich auf der Basis eines Rücksichtsnahmeangebotes mit den Nachbarn einigen, wie der Landkreis Elbe-Elster erklärt. Zusätzlich ist der Familie Otto noch bis zum 31. Oktober 2019 die Genehmigung erteilt worden, den Betrieb in eingeschränkter Nutzung der Gaststätte weiterzuführen. „Wie es danach weitergeht, wissen wir noch nicht. Im Augenblick prüfen wir mögliche Alternativen für die Gaststätte“, sagt Tim Otto.

Die Online-Petition habe leider für unnötigen Ärger gesorgt, obwohl die Aktion eine völlig harmlose Absicht hatte. „Eigentlich wollten wir nur sehen, wie viele Menschen unser Geschäft schätzen und uns auch weiterhin im Ort haben möchten. Dass die Reaktionen darauf so heftig sind, konnten wir nicht ahnen“, sagt der Inhaber. Es sei vorgekommen, dass einige aufgebrachte Bürger Mitarbeiter des Amtes Elsterland auf Volksfesten belästigt oder bedrängt hätten, um eine eventuelle Schließung der Gaststätte zu verhindern. Die Ottos distanzieren sich von diesem Verhalten gegen die Verwaltungsträger, denn die Zusammenarbeit mit dem Amt Elsterland habe immer sehr gut funktioniert.

„Wir sind äußerst dankbar dafür, dass uns der Landkreis mit der Frist so entgegen gekommen ist. So können wir noch alle geplanten Feste bis zum Herbst organisieren“, sagt Tim Otto.