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| 18:23 Uhr

Wie der Zahn der Zeit gezogen wird

Noch ist die Tröbitzer Turnhalle hinterm Baugerüst versteckt. Mitarbeiter der Firma Pietsch Metallbau bringen die neuen Kästen für die Jalousien.
Noch ist die Tröbitzer Turnhalle hinterm Baugerüst versteckt. Mitarbeiter der Firma Pietsch Metallbau bringen die neuen Kästen für die Jalousien. FOTO: Lehmann
Tröbitz. Mit dem neuen Schuljahr kann Tröbitz beste Bedingungen für den Schulsport bieten. Die in die Jahre gekommene Turnhalle wird ein Schmuckstück. So viel ist jetzt schon erkennbar. Auch die Vereine können sich freuen. Heike Lehmann

Noch etwa acht Wochen haben die Handwerker in der Tröbitzer Turnhalle zu tun. Dem Bau aus den 1950er-Jahren wird seit mehr als einem Jahr der Zahn der Zeit gezogen. Modern, zweckmäßig und farbenfroh wird eines der wichtigsten Infrastrukturelemente im Dorf hergerichtet. Eine gewaltige Aufgabe für eine Gemeinde, die mit Haushaltssicherungskonzept arbeiten muss. Aber der Sportkomplex liegt den Abgeordneten sehr am Herzen. Mit Hilfe der Amtsverwaltung Elsterland konnte Geld aus dem Fonds für hochverschuldete Gemeinden nach Tröbitz gelenkt werden, wodurch die umfangreiche Sanierung erst möglich wurde.

Momentan sind Fassaden- und Metallbauer, Elektriker, Tischler, Fußbodenleger, Trockenbauer und Maler gleichzeitig auf der Baustelle. "Ende dieser Woche fällt an der Südseite und am Giebel das Gerüst", kündigte Bauplaner Heinz Linge aus Elsterwerda am Donnerstagvormittag an. Dann sind auch die Fassadenmalereien vom Berliner Atelier Kwast an der Giebelwand in voller Schönheit zu bewundern. Fußballer, Badmintonspieler und Handballer in Aktion haben Mario Kwast und Christine Riehle dort mittels Schablone an zwei Tagen an die Wand gemalt. "Das ist die schnelle und kostengünstigere Variante. Sonst hätten wir wesentlich länger mit der Fassadenmalerei zu tun. Wir arbeiten viel in Berlin, aber es ist schön, dass so etwas auch in Tröbitz möglich ist", freuen sich die beiden.

Im Innern wird demnächst der Sportboden eingebaut. Die Badmintonspieler, Fußballer und Gymnastikfrauen werden es danken. Im Eingangsbereich werden die Fliesenarbeiten bald beginnen. Die Vereins- und Umkleideräume werden attraktiv hergerichtet. Die Sanitäranlagen waren schon modernisiert.

Nerven gekostet hat Bürgermeister Holger Gantke eine Zwangspause gleich zu Beginn. Im November 2013 hatten die Tröbitzer für Baufreiheit an der Halle gesorgt - dann wurde im alten Turnhallendach eine schützenswerte Fledermauspopulation nachgewiesen. Mit viel Aufwand ist ein Ausweichquartier für die Tiere gebaut worden. Angenommen haben sie es bis heute nicht. Im August 2014 war dann endlich Richtfest für das neue Pultdach.

Im Sommer plant der Bürgermeister eine große Eröffnungsveranstaltung. Dann werden etwas über eine Million Euro in der Halle verbaut sein. Die Summe musste noch einmal aufgestockt werden, weil der alte Bau mehr Überraschungen in sich barg, als man vermutet hatte. Heinz Linge kann eine ganze Reihe Beispiele aufzählen. "Frühere Bausünden", wie er sagt.

Modernste Technik steckt in der Halle. Die Solaranlage auf dem Dach läuft schon. Stolz verkündet Gantke: "In einer Woche haben wir 1000 KW Strom erzeugt." Der übrigens ist zur eigenen Nutzung im Sportkomplex gedacht. Das senkt langfristig die Betriebskosten im benachbarten Schwimmbad und bringt eine spürbare Entlastung für die Gemeinde. Und für die ortsansässige Firma Etapart ist die Halle ein Referenzobjekt. "Die aufgearbeitete Strahlungsheizung haben wir mit neuester Brennwerttechnik ergänzt", erklärt Geschäftsführer Volker Socher. Zudem wird erstmals eine Sporthalle solargelüftet und gekühlt. Das komplette System sorgt für bessere Luft und geringere Heizkosten.