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Wichtigste Zutat ist das Vertrauen

Zwei Bäckergenerationen: Thomas und Monika Bubner (l.) mit Liesbeth und Georg Bubner.
Zwei Bäckergenerationen: Thomas und Monika Bubner (l.) mit Liesbeth und Georg Bubner. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Die Bäckerei Bubner bäckt in vierter Generation. Allein das ist in Deutschland schon eine Seltenheit. Heike Lehmann

"Fünf Prozent der Handwerksbetriebe schaffen es nur bis zur dritten Generation", würdigte Prof. Dr. Günther Otto, bis 2015 Geschäftsführer der Bäko Ost, am Freitag in Doberlug-Kirchhain die langjährige Familientradition. Familie Bubner hatte zu einer Festveranstaltung aus Anlass des 120. Firmenjubiläums Berufskollegen, Geschäftspartner, Mitarbeiter, Vertreter von Institutionen und Verwaltungen eingeladen.

Firmengründer Eduard Bubner hätte große Augen gemacht. Die Gäste kamen zum Teil von weither, denn die Bäckerei beschäftigt mittlerweile 220 Mitarbeiter in Backstube, Konditorei, Küche, Fuhrpark, Verkauf und Verwaltung. Hinzu kommen jährlich zehn Azubis. Es gibt 19 Filialen in drei Landkreisen, hob Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski hervor.

1893 gab Gottlieb Eduard Bubner einen guten Posten in einer Dresdner Nudelfabrik auf, um in Sonnewalde eine kleine Bäckerei zu übernehmen. 1897 machte er seinen Meister und war fortan sein eigener Herr. Ihm folgten 1935 Ewald Bubner, 1953 Georg Bubner und 1987 bis heute Thomas Bubner. Seit 2005 wird in Doberlug-Kirchhain gebacken, weil es in Sonnewalde zu eng geworden war. Das Erfolgsgeheimnis brachte Thomas Bubner auf den Punkt: "Wichtigste Zutat ist das Vertrauen - das der Kunden und das der Mitarbeiter und in die Mitarbeiter."

Die Firmengeschichte hat sogar das Zeug zum Theaterstück. In die Rollen schlüpften Matthias Muth, Chef der Fahrer, die Bäcker Joachim Finke und Robert Scholl, Lisa-Maria Zacher, Diana Schröder sowie Martina Schulz, Verkaufsleiterin für Elsterwerda, Doberlug-Kirchhain, Herzberg und Falkenberg. Etwa zehnmal haben sie mit Autor und Regisseur Jan Schönberg, freischaffender Schauspieler und Musiker mit Finsterwalder Wurzeln, geprobt. Am Ende gab es sogar Zwischenapplaus. Eine schöne Idee und tolle Leistungen der Laiendarsteller.

Gern hätten Bubners am Freitag ihre neue Backstube gezeigt. "Doch trotz fleißigen Bemühens der Handwerker sind wir heute erst kurz vor dem Ziel", bedauerte Monika Bubner. Die Produktionsstätte im Gewerbegebiet Süd von Doberlug-Kirchhain wird um etwa 750 Quadratmeter erweitert. Laut Thomas Bubner eine Investition von etwa 1,3 Millionen Euro. Zum Tag der offenen Tür am 18. November wird sie dann allen Neugierigen vorgestellt.