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| 01:09 Uhr

Werktätige des VEB Schweißtechnik wollten streiken

Finsterwalde.. Die Kontroverse um die Rolle des Runden Tisches in Finsterwalde, die sich an der künftigen Nutzung des ehemaligen Stasi-Gebäudes in der damaligen Straße der Befreiung entzündete, war beigelegt. Gestern vor 15 Jahren berichtete die Lausitzer Rundschau darüber, dass sich Kreistag und Runder Tisch sich künftig akzeptieren wollten.


So sollten wichtige Angelegenheiten des Kreistages und des Rates des Kreises vor ihrer Beschlussfassung dem Runden Tisch, der künftig wie eine Sonderkommission des Kreistages behandelt wurde, zur Kenntnis gegeben werden, damit es nicht wieder zu entgegengesetzten Festlegungen kommt, informierte Hans-Jürgen Respondek, der Stellvertreter des Ratsvorsitzenden, in der 4. Sitzung des Runden Tisches im Lutherhaus.

Gefahr von Bürgerkrieg
Dennoch war das Thema Staatssicherheit nicht vom Tisch. Forderungen wurden laut, die Vernichtung von Akten zu unterbinden und die Namen von Informanten öffentlich zu machen - was der Zentrale Runde Tisch in Berlin aber ablehnte. Es bestehe die Gefahr von Bürgerkrieg und Lynchjustiz, so hieß es. Arbeitskollektive, wie die Gewerkschaftsorganisation des VEB Schweißtechnik forderten den Runden Tisch auf, sich für die Offenlegung der Namen einzusetzen - andernfalls drohten sie mit Streik. Am Runden Tisch sorgte die Angelegenheit für heftigen Streit. Man einigte sich nach langer Debatte dahingehend, dass Volkskammer und Regierung aufgefordert werden sollten, die Stasi-Akten nach Finsterwalde zurückzuschicken, wo sie insbesondere von Kirchenvertretern gesichtet werden. „Wir bitten die Werktätigen auf Warnstreiks zu verzichten“ , appellierte Günther Haferland, der Leiter des Runden Tisches, an die Öffentlichkeit.

Abberufung gefordert
Am Ende eines fünfeinhalbstündigen Sitzungsmarathons beschloss man auf Antrag des Neuen Forums, die Kreisstaatsanwältin von ihrem Posten abzuberufen - sie behindere die Arbeit des Untersuchungsausschusses zur Aufdeckung von Korruption, so hieß es. Nur kurze Zeit später sollte es tatsächlich zur Abberufung der Kreisstaatsanwältin kommen. (-db-)

Und wie erinnern Sie sich an die Wendezeit vor 15 Jahren in und um Finsterwalde? Schreiben Sie: Finsterwalde, Leipziger Straße 8.