ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:52 Uhr

Werbeoffensive gestartet
Wer küsst Schloss Sallgast wach?

Eine Werbeoffensive für das Schloss Sallgast ist gestartet: Hartmuth Hofmann, Vorsitzender des Schlossbeirates der Gemeinde Sallgast (l.), und Amtsdirektor Gottfried Richter präsentieren die neu aufgesetzte  Werbetafel an der B 96 in Massen und frisch gedruckte Broschüren.
Eine Werbeoffensive für das Schloss Sallgast ist gestartet: Hartmuth Hofmann, Vorsitzender des Schlossbeirates der Gemeinde Sallgast (l.), und Amtsdirektor Gottfried Richter präsentieren die neu aufgesetzte Werbetafel an der B 96 in Massen und frisch gedruckte Broschüren. FOTO: Böttcher / LR
Massen/Sallgast. Es ist ein Schmuckstück. Doch es fehlt beständiges Leben darin. Für das Schloss Sallgast wird ein Nutzer gesucht. Von Gabi Böttcher

Die Akteure im Amt Kleine Elster und in der Gemeinde Sallgast wollen es wissen. Allen voran Amtsdirektor Gottfried Richter und der Chef des Schlossbeirates der Gemeinde Sallgast, Hartmuth Hofmann. Es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn sich niemand finden ließe, der das Juwel namens Schloss Sallgast  aus dem Dornröschenschlaf wachküssen würde, sind sich beide einig.

Nachdem zuletzt die Knirpse des Ortes während der Umbauarbeiten am Schulgebäude hier übergangsweise residiert hatten, ist das imposante Gebäude in einem ebenso idyllischen Park nun wieder weitestgehend verwaist. Standesamt, Räume der Gemeinde und des Bürgermeisters sowie das Heimatmuseum haben hier ihren Platz. Etwa 25 Hochzeiten je Jahr erlebt das altehrwürdige Gemäuer ebenfalls. Doch all das mache nur  etwa 30 Prozent des nutzbaren Gesamtvolumens  aus. „Ja, es gibt immer wieder Nachfragen und wir sprechen auch immer wieder mögliche Interessenten an, aber bisher ist es nicht gelungen, einen dauerhaften Pächter zu finden“, sagt Amtsdirektor Gottfried Richter. Jetzt  sind Werbebroschüren in einer Auflage von 250 Stück gedruckt worden, die große Werbetafel an der Bundesstraße 96 in Massen ist um einen Aufsatz ergänzt worden, der auf das Schloss aufmerksam macht. „Immerhin halten hier täglich an der Ampel um die 10 000 Fahrzeuge. Da dürfte das Werbeschild vielen auffallen“, wünscht sich Gottfried Richter.

Der Chef des Sallgaster  Schlossbeirates, Hartmuth Hofmann, erinnert an die vielfältigen Nutzungen, die das 1208 als Wasserburg erbaute Schloss  in der jüngeren Vergangenheit hatte. Von Kinderheim über Landwirtschaftsschule, Lazarett bis hin zum Sitz der damaligen Handels­organisation (HO) reicht die Palette. Auch Arztpraxen waren hier einst zu Hause. Als  Gaststätte ist das Haus ebenso genutzt worden.

 Ein Verkauf sei nicht das vorrangige  Ziel, dieser sei bis zum Jahre 2025 ohnehin ausgeschlossen, erklärt Gottfried Richter. Der seinerzeit zwischen Bundesvermögensamt und Gemeinde geschlossene Kaufvertrag über  einen Euro regele das Verbot eines Weiterverkaufs für den Zeitraum von 30 Jahren. Außerdem seien die Sallgaster  an ihrem Schloss sehr interessiert  und mit diesem verbunden, sodass eine solide Verpachtung bevorzugt würde, ergänzt Hartmuth Hofmann. Einig ist man sich, dass man bei einem überzeugenden Konzept auch „ganz wenig“ Pacht erheben würde. Für den Sallgaster  wäre eine gastronomische Nutzung die Vorzugsvariante. Voraussetzungen wie ein Fett­abscheider seien vorhanden. Eine Gaststätte könne im Prinzip sofort ihren Betrieb aufnehmen. Vielleicht könnten ja sogar Zimmer eingerichtet werden. Doch Amtsdirektor Richter spielt mit offenen Karten. Bei Plänen für bauliche Eingriffe habe der Denkmalschutz mitzureden. Auch müsse man von etwa 20 000 Euro Unterhaltungskosten je Jahr ausgehen. Von einem Sanierungsstau hingegen müsse beim Schloss nicht gesprochen werden. Zuletzt seien in den Jahren 2000 und 2001 mehr als 500 000 Euro in die Sanierung der Anlage geflossen. Gescheiterte Versuche gastronomischer Wiederbelebung sind den Sallgastern ebenfalls  in frischer Erinnerung.

Im Zusammenhang mit dem Schloss wird auf den Wasserturm aufmerksam gemacht, der sich am südlichen Rand des Areals unweit des Radfernweges FR 6 befindet und dem Turm einer Burgruine ähnelt. Er ist ungenutzt. Und das nach Auffassung der Lokalmatadoren ebenfalls zu Unrecht.   „Darin befinden sich wertvolle Malereien“, macht Hartmuth Hofmann neugierig.

Felsenfest glauben die Akteure in Amt und Gemeinde an einen Prinzen, der ihr imposantes Schloss samt Areal drumherum aus dem Dornröschenschlaf wachküsst. Ob Spitzengastronomie, Erholungs- und Schulungshaus eines großen Unternehmens, Jugendherberge, Künstlerresidenz oder welche traumhafte Vorstellung auch immer – neues Leben in seinen Mauern hätte das Renaissance-Schloss in jedem Fall verdient.  Interessenten sind in der Amtsverwaltung in Massen bei Gottfried Richter, bei Bürgermeister Frank Tischer und bei Hartmuth Hofmann richtig.

Mit dieser neuen Werbebroschüre wollen Gemeinde Sallgast und Amt Kleine Elster auf das Kleinod Schloss Sallgast aufmerksam machen.
Mit dieser neuen Werbebroschüre wollen Gemeinde Sallgast und Amt Kleine Elster auf das Kleinod Schloss Sallgast aufmerksam machen. FOTO: Böttcher / LR