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| 11:39 Uhr

Finsterwalde
Wer sind diese Deutschen?

Firas Alshater engagiert und humorvoll bei der Lesung in Mayers Buchhandlung.
Firas Alshater engagiert und humorvoll bei der Lesung in Mayers Buchhandlung. FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Firas Alshater erzählt in Finsterwalde von seinen Erfahrungen im neuen Land. Von Jürgen Weser

Zum abschließenden Programmpunkt des Begegnungsprojektes der Diakonie und Caritas in Finsterwalde wurde der syrische YouTuber Firas Alshater in der Buchhandlung Mayer begrüßt. Mitgebracht hatte er sein Buch „Ich komm auf Deutschland zu“ und Videos aus der Webserie „Zukar“, mit denen er weltweit bekannt wurde.

„Wer sind diese Deutschen?“, fragte sich der studierte Schauspieler und Filmemacher Firas Alshater, als er 2013 mit einem Schengen-Visum nach Deutschland kam, um ein Filmprojekt eines umgekommenen Freundes zu beenden. Trotz all der Schicksalsschläge, so hat er wegen seiner politischen Videos in Syrien im Gefängnis gesessen und wurde auch von Islamisten verfolgt, erlebten die deutschen und syrischen Besucher in der Buchhandlung einen Buch- und Videoautor, der mit Humor auf „Eigenarten“ und Besonderheiten in beiden Ländern schaut. „Hast du kein Papier, so bist du gar nicht hier“, verbinde beide Länder, aber die Deutschen lieben Papiere besonders, trotzdem wurde sein Schengen-Visum kritisch beäugt.

Der in Damaskus Geborene hat dort viele Freunde verloren und er will nicht mehr zurück. Aber auch nicht zu Deutsch werden. Humorvoll erzählt er vom ersten Schock in der deutschen Sauna und von der Bürokratie im Berliner Lageso. Er zeigt mit seinen Videos, dass es Hass von Deutschen und auch Hass von Syrern gibt. „Wenn man sich anstrengt, kann man alles hassen, aber man muss nicht“. Sein Credo: „Hass von beiden Seiten mit Humor bekämpfen!“ Trotz des Humors schildert Alshater sehr differenziert, was es heißt, als Flüchtling in Deutschland anzukommen. „Zusammen schaffen wir das“, ist er überzeugt. Oder mit einer Spezialität seines Heimatlandes: „Wir backen das“.

Teile der Wanderausstellung „Woher – Wohin“ mit beeindruckenden Fotos waren zur Lesung zu sehen. Die vollständige Schau ist noch bis zum 24. Juni im katholischen Gemeindehaus zu sehen, danach in der Grundschule Stadtmitte, vom 2. bis 8. Juli in der Trinitatiskirche und vom 10. bis 20. Juli im Finsterwalder Kaufmanns- und Sängermuseum.