ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:47 Uhr

Detlef Bönisch freut sich auf den Ruhestand
„Wenn man nicht anfängt, kann nichts werden“

 Detlef Bönisch hat als Bauamtsleiter im Amt Kleine Elster Millionen-Projekte mit angeschoben und verwaltet. Am 30. Juni hat er seinen letzten Arbeitstag. Sonntag kandidiert er für das Bürgermeisteramt in Massen.
Detlef Bönisch hat als Bauamtsleiter im Amt Kleine Elster Millionen-Projekte mit angeschoben und verwaltet. Am 30. Juni hat er seinen letzten Arbeitstag. Sonntag kandidiert er für das Bürgermeisteramt in Massen. FOTO: Heike Lehmann
Massen. Detlef Bönisch hat als Bauamtsleiter im Amt Kleine Elster in 26 Jahren Millionen-Projekte mit angeschoben. Am 30. Juni hat er seinen letzten Arbeitstag. Und doch kann er nicht ganz loslassen. Von Heike Lehmann

So kennt man ihn in seinem Büro: ein Bebauungsplan vor sich und Aktenberge auf dem Schreibtisch. Detlef Bönisch ist der Bauamtsleiter im Amt Kleine Elster. Und er ist der stellvertretende Amtsdirektor. Aber seine Tage in der Verwaltung sind gezählt. Bönisch freut sich auf den Ruhestand. Am 30. Juni ist sein letzter Arbeitstag. Im Kreise des Amtsausschusses am Mittwochabend hat Gottfried Richter den Mann fürs Bauen an seiner Seite offiziell verabschiedet. Richter sagt anerkennend: „Hätte ich Bönisch nicht gehabt, wäre mein Amt nicht so erfolgreich gewesen. Er ist jetzt 26 Jahre dabei und hat mindestens 100 Millionen mit verbaut.“

Die Nachfolge für Bönisch ist geregelt. Mandy Mudrack, vor einigen Jahren von der Stadtverwaltung Sonnewalde nach Massen gewechselt, steigt von der Planungsmitarbeiterin zur Chefin im Bauamt auf. Ein Generationswechsel, denn „sie ist so alt wie meine Tochter“, sagt Bönisch.

Der gelernte Landmaschinenschlosser hat in Nordhausen Landtechnik, Fachrichtung Bauen, studiert und danach im Investitionsbüro der Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft Cottbus in Finsterwalde angefangen. Von dort hat ihn Gottfried Richter, damals hauptamtlicher Bürgermeister von Massen, weggeholt. „Am 1. März 1991 habe ich bei der Gemeinde Massen als Bauamtsleiter angefangen“, erinnert sich Bönisch. Hintergrund war das Gewerbegebiet, das aus dem Boden gestampft werden sollte. „Bei ihm wusste ich, er kann eine Investition von Null auf Hundert machen“, sagt Richter. Und Bönisch galt als bodenständig. „Nach seiner Qualifizierung war das für mich mit ausschlaggebend“, so der Amtsdirektor.

Das Gewerbegebiet an der B 96 –  Anleihen hatten sich Richter und Bönisch bei einer Fahrt in die alten Bundesländer geholt – sollte nicht das einzige Großprojekt bleiben. Es war einer der ersten Gewerbeparks in Brandenburg. „Der erste B-Plan war zwei Quadratmeter groß und steht immer noch bei mir im Büro. Wir haben damals den dritten Förderantrag in Brandenburg gestellt und hatten innerhalb von vier Monaten eine Zusage“, erzählt Bönisch. Grundstückskäufe und -verkäufe, Anträge und Gutachten, B-Pläne und Verhandlungen bestimmen seinen Arbeitsalltag. „Anfangs bin ich zweimal die Woche nach Potsdam gefahren, hatte dort  meine Tricks, um dort Türen zu öffnen“, erzählt er. Im einstigen Fimag-Gelände werden Altlasten saniert und Straßen gebaut, die Lehrwerkstatt übernommen. Ein Bio-Heizhaus versorgt seit 2014 die Schule, die Turnhalle, das Amtsgebäude und das Energie-Service-Center mit Wärme.

„Toll ist, wie sich Klingmühl wieder entwickelt hat. Das Dorf war bis auf ein Grundstück wegen des nahenden Tagebaus leer gezogen. Wir haben alle Flächen von der LMBV zurückgekauft und wieder veräußert. Wir haben jetzt noch etwa 20 Baugrundstücke dort frei“, spricht Bönisch ein anderes Erfolgsprojekt an. Ganz zu schweigen vom Besucherbergwerk F 60 und Bergheider See. „Dort haben wir derzeit am meisten zu tun, aber wir sind in allen Gemeinden rege. Immer getreu dem Motto ,Wenn man nicht anfängt, kann nichts werden.’“ Schlaflose Nächte hatte er immer nur bei großem Termindruck, gibt er zu.

„Ich scheide mit einem guten Gefühl“, sagt Detlef Bönisch. Er bewirtschaftet 15 Hektar Wald selbst, hat drei Kinder und sechs Enkelkinder im Alter von anderthalb bis zwölf Jahren.

Und doch kann er nicht ganz loslassen. Am Sonntag stellt er sich der Wahl zum Bürgermeister für die Gemeinde Massen und fordert Amtsinhaber Lutz Modrow (SPD) heraus. Bönisch hat kein Parteibuch in der Tasche, tritt aber für die CDU an. „Mich haben so viele angesprochen, dass ich am Ende nicht Nein sagen konnte“, gibt er zu.