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| 02:34 Uhr

Weniger Brummis durch Finsterwalde

Ein Vierteljahrhundert nach der ersten Idee wird es ernst mit der Verlegung der B 96-Ortsdurchfahrt Finsterwalde. Beim ersten Spatenstich waren dabei (v.l.): Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU), der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Stübgen, Bürgermeister Jörg Gampe (CDU), Brandenburgs Ministerin Kathrin Schneider (SPD), Gerhard Rühmkorf vom Bundesverkehrsministerium, Amtsdirektor Gottfried Richter, Albrecht Klein, Vorstandsvorsitzender des Landesbetriebes Straßenwesen, die SPD-Landtagsabgeordnete Barbara Hackenschmidt.
Ein Vierteljahrhundert nach der ersten Idee wird es ernst mit der Verlegung der B 96-Ortsdurchfahrt Finsterwalde. Beim ersten Spatenstich waren dabei (v.l.): Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU), der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Stübgen, Bürgermeister Jörg Gampe (CDU), Brandenburgs Ministerin Kathrin Schneider (SPD), Gerhard Rühmkorf vom Bundesverkehrsministerium, Amtsdirektor Gottfried Richter, Albrecht Klein, Vorstandsvorsitzender des Landesbetriebes Straßenwesen, die SPD-Landtagsabgeordnete Barbara Hackenschmidt. FOTO: Böttcher
Finsterwalde. Die Sängerstadt Finsterwalde setzt sich als aktuelle Hochburg der Sanierung ihres Straßennetzes die Krone auf: Gestern ist die Verlegung der Ortsdurchfahrt auf der Bundesstraße 96 offiziell gestartet. Da kamen Gäste sogar aus Potsdam, Berlin und Bonn. Gabi Böttcher

Was lange währt, wird gut - Volkes Weisheit kann auf die Umverlegung der Bundesstraße 96 zur Entlastung der Finsterwalder Innenstadt bedenkenlos angewendet werden. Gestern gab es den offiziellen ersten Spatenstich für die 2500 Meter lange neue Trasse, die im Jahr 2018 fertiggestellt werden soll. Das hatte selbst Wolfhart Patrik, den alten Haudegen des Landesbetriebes Straßenwesen, aus seinem Ruhestand nach Finsterwalde anreisen lassen. Denn sage und schreibe im Jahr 1991 gehörte er zu jenen, die das angestrebte Baufeld für die damals noch im Gespräch befindliche Ortsumfahrung abschritten.

Die Arbeiten sind seit dem 25. April im Gange. Am Knoten Gröbitzer Weg/Massener Straße, wo gestern gleich vier Spaten zum offiziellen Baustart zum Einsatz kamen, scharren die Bauleute schon mit den Füßen. Die Verlegung des Mischwasserkanals steht unmittelbar bevor. Dies wissend, forderten die Finsterwalder Sänger denn auch dazu auf: "Feiert nicht allzu lange, greift zu den Spaten."

Gerhard Rühmkorf, vom Bundesverkehrsministerium aus Bonn angereist, erinnerte daran, dass die zunächst angedachte Ortsumfahrung im Bundesverkehrswegeplan nur als erweiterter Bedarf ausgewiesen war und so nicht geplant werden konnte.

9,3 Millionen Euro, die jetzt vom Bund in die Verlegung der Ortsdurchfahrt fließen, seien eine gut angelegte Steuerrückerstattung, die der Stadt "eine unheimlich gute Perspektive" eröffne. Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) ordnete die Maßnahme dem ebenfalls begonnenen Bau der Finsterwalder Südtangente und der Sanierung der Ortsdurchfahrt L 60 zu. Sie schlug die Brücke zwischen der Stadt Finsterwalde und dem Amt Kleine Elster und den sich für die Nachbarn ergebenden Chancen.

Dass Finsterwalde massiv vom Schwerlastverkehr entlastet wird, freut Sängerstadt-Bürgermeister Jörg Gampe (CDU). Er ist in seiner Verantwortung immerhin auch seit 2010 mit dem "notwendigen, jedoch ruhigen Druck der Bürger" an der unendlich scheinenden Geschichte beteiligt. Die Unterstützung der Gemeinde Massen bei der Umsetzung des Vorhabens ließ er nicht unerwähnt. Es gehe schließlich darum, die Region gemeinsam zu entwickeln. Den wichtigen Anteil der Massener Bürger, die vom Straßenneubau besonders betroffen sind und dies "relativ widerspruchsfrei hinnehmen", stellte Gottfried Richter, Amtsdirektor des benachbarten Amtes Kleine Elster, heraus. Immerhin ginge die Trasse teilweise "fünf Meter höher als auf normalem Niveau" hinter den Häusern vorbei. Eine Lärmschutzwand und ein Lärmschutzwall sind Bestandteil des Bauvorhabens. Jahrelang habe man dafür agitiert und den Massenern gebühre ein besonderer Dank. Michael Stübgen, CDU-Bundestagsabgeordneter, zitierte Helmut Kohl. Entscheidend sei, was hinten rauskommt. Auch er erinnerte an 25 Jahre zurückliegende erste Überlegungen, die Stadt vom Verkehr zu entlasten. Dass damals schon weise Entscheidungen nicht mit der Schnelligkeit der Umsetzung belohnt wurden, ist heute Geschichte.

Auf Gegenwart und Zukunft konzentriert ist Janin Roschka vom Landesbetrieb Straßenwesen. Sie zieht die Fäden bei der Bauüberwachung. "In den nächsten Tagen beginnen die Kanalarbeiten. Die Querung mit der Bahn ist eine besondere Herausforderung. Damit geht es Ende Juli, Anfang August los."

Zum Thema:
Die Verlegung der B 96 Finsterwalde erfolgt auf einer Trasse von 2520 Metern. Es werden drei Knotenpunkte, ein innerörtlicher fünfarmiger Kreisverkehr, eine Lärmschutzwand und ein -wall, zwei Brücken, sechs Amphibiendurchlässe sowie Sanierungen der unterirdischen Medienwelt vorgenommen. Finsterwalde und das Amt Kleine Elster sind mit 244 000 Euro beteiligt, der Bund übernimmt rund 9,3 Millionen Euro. Geplantes Bauende: 2018.