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| 18:45 Uhr

Weltpremiere in Lichterfeld

Lichterfeld. Das ist eine Neuheit weltweit: Der erste Lauf, der jemals auf einer Bergwerksbrücke stattgefunden hat, wird jetzt in Lichterfeld vorbereitet. Am 11. April soll es auf der F 60 eine Brückenlauf-Premiere geben. Die Veranstalter treffen ganz besondere Sicherheitsvorkehrungen. Dieter Babbe

"Mit dem Gedanken, solch einen Lauf auf die Beine zu stellen, spielen wir schon lange. Bei ersten Anläufen gab es beim Bergamt noch Bedenken", sagt André Speri, Veranstalter des Events am Besucherbergwerk. Diese Bedenken seien jetzt ausgeräumt - "auch weil wir bewiesen haben, dass wir spektakuläre Events gut und sicher über die Bühne bringen". Und Speri erinnert an das Abseilen vom Stahlriesen, bei dem sich Wagemutige im Klettergurt aus 60 Metern Höhe herunter lassen. Bis zu 500 Leute genießen im Jahr das besondere Kribbeln im Bauch - "und nur einmal hatten sich bei einer jungen Frau ein paar Haare in den Seilen eingeklemmt". Auch beim gewagten Fallschirmspringen, das Experten vorbehalten bleibt, habe es noch nie einen Unfall gegeben.

Da ist ein Lauf auf der Förderbrücke vergleichsweise harmlos - wenngleich ein Sturz auf den Eisenrosten kein Fall auf Watte ist. Doch für Läufer könnte eine Brückenrunde eine Herausforderung sein - "und ein besonderer Kick auch", vermutet André Speri. "Läufe in Hochhäusern, wie in Berlin, Frankfurt/Main oder in New York, aber auch über die Öresund-Brücke zeigen, dass so etwas bei vielen ankommt." Dabei soll der Lichterfelder Brückenlauf keine Massenveranstaltung werden, weil die Sicherheit obenan steht.

"Wir werden die Zahl der Teilnehmer auf 100 begrenzen. Sie sollten auch nicht jünger als 18 sein", sieht die Ausschreibung strenge Regeln vor. Dazu gehört ebenfalls die Pflicht, Fahrrad- oder Kletterhelme zu tragen, Protektoren für Schienbeine, Knie und Ellenbogen werden empfohlen. Auch einen Massenstart wird es nicht geben. Die Läufer starten einzeln und alle 30 Sekunden. "Wir gehen vor dem Lauf mit allen Teilnehmern die Strecke ab, um auf Gefahren hinweisen zu können. Keiner darf laufen, der nicht an diesem Briefing teilgenommen hat", besteht André Speri darauf.

Und trotz aller Belehrungen und Vorsichtsmaßnahmen: Jeder läuft auf eigene Gefahr. Stürzt und verletzt sich jemand, kann er den Veranstalter nicht haftbar machen. "Das ist aber bei jedem Lauf so", verweist André Speri. Zehn Posten, alle ausgebildete Ersthelfer und mit Funkgeräten ausgestattet, sichern die insgesamt 800 Meter lange Strecke ab. Start ist auf dem Erdboden, bevor es nach 300 Metern in das Stahlskelett geht, wo sich in 74 Metern Höhe am Aussichtshaus die Ziellinie befindet.

Mit besonderen Events Gäste an das einzigartige Besucherbergwerk zu locken, hat sich André Speri auch für die Zukunft auf seine Fahnen geschrieben. Mit einem Gummiseil vom höchsten Punkt des Bergwerksriesen zu springen, wird nicht mehr ausgeschlossen. "Ein Konzept dafür liegt schon beim Amt", sagt Speri. Doch dafür sei ein hoher fünfstelliger Eurobetrag notwendig, um einen alten Arbeitsweg in einen Besucherweg umzubauen.

"Der Lauf auf der F60 ist nicht ohne Risiko", sagt Amts- und Bergwerksdirektor Gottfried Richter, "doch dieses Risiko ist minimiert." Er persönlich und nicht das Bergamt trage die Verantwortung für die Sicherheit. "Solche Events bleiben die Ausnahme. Wir werden aus der F 60 kein Disneyland machen. Das würde unser Feriendorf in Gefahr bringen, das wir erst noch aufbauen wollen", sagt Richter.