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| 02:39 Uhr

Weißer Ring freut sich über Sprechzimmer im Rathaus

Für die Opfer-Hilfe in Elbe-Elster haben Jan Schönberg und Antje Schober am Mittwochabend in Finsterwalde 1000 Euro an Carla Ziegner-Zschiedrich (l.) vom Weißen Ring übergeben.
Für die Opfer-Hilfe in Elbe-Elster haben Jan Schönberg und Antje Schober am Mittwochabend in Finsterwalde 1000 Euro an Carla Ziegner-Zschiedrich (l.) vom Weißen Ring übergeben. FOTO: Böttcher
Finsterwalde. Zwei Top-Meldungen für den Weißen Ring in Elbe-Elster zu Beginn des Jahres: Die Stadt Finsterwalde stellt für Sprechstunden des Opferhilfe-Vereins einen Büroraum im Rathaus zur Verfügung und die Hara- und WingTsun-Schule überreicht eine Spende von 1000 Euro. Gabi Böttcher

Im vorigen Jahr konnten die Akteure des Weißen Ringes in Elbe-Elster insgesamt 22 Fälle betreuen. Vorsitzende Carla Ziegner-Zschiedrich wertet dies als ein erfolgreiches Jahr, schließlich seien alle 23 Mitarbeiter berufstätig. Zwei neue Mitglieder konnten 2015 gewonnen werden und eines schon im neuen Jahr. Letzteres ist der CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Genilke, der am Mittwochabend während der Beratung des Vereins in der Gaststätte "Zur Erholung" begrüßt wurde. Über diese Mitgliedschaft freut sich auch der Landesvorsitzende des Weißen Ringes Jürgen Lüth. Er kündigte an, sich in allen Fraktionen des Landtages für die Einrichtung von Traumambulanzen einzusetzen. Es sei notwendig, frühzeitig zu erkennen, welches Opfer schnell besondere Hilfe benötigt. "Ich fordere die Politik auf, dafür Geld auszugeben. Auch Flüchtlingen muss man helfen", so der Landesvorsitzende. Bei allen Verbesserungen im neu verabschiedeten 3. Opferrechtsreformgesetz fehle darin immer noch die psychosoziale Prozessbegleitung. Beim Tag der Kriminalitätsopfer am 22. März in Rathenow werde man auf dieses Thema erneut aufmerksam machen. Carla Ziegner-Zschiedrich berichtete vom Kontakt zur Chefärztin der Psychiatrie im Elbe-Elster Klinikum. Sie sei zuversichtlich, hier Unterstützung bei entsprechenden Fällen zu bekommen.

Zunehmend, so Jürgen Lüth, konzentriere sich der Weiße Ring in Brandenburg auf die Prävention. Eigens dafür wurde ein Präventionsrat gebildet. In Elbe-Elster ist in Sachen Vorbeugung die Hara- und WingTsun-Schule in Finsterwalde ein Partner. Das unterstrichen Jan Schönberg und Antje Schober am Mittwochabend eindrucksvoll. Durch ihre Arbeit wollen sie zuallererst dazu beitragen, dass Menschen nicht zu Opfern werden. Dem Verein in Elbe-Elster übergaben sie aus den Zuwendungen zum 25. Geburtstag ihrer Schule 1000 Euro.

Der Weiße Ring Deutschland feiert in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag. Dazu wolle man auch in Elbe-Elster Aktivitäten starten, kündigte Carla Ziegner-Zschiedrich an und wünschte sich als Partner die Schule für Selbstverteidigung.

Öffentlichkeitsarbeit hat der Weiße Ring Elbe-Elster im vorigen Jahr beim Tag der offenen Tür der Polizei und in den Grundschulen in Finsterwalde, Uebigau und Falkenberg geleistet. Flyer wurden entwickelt, die gegen Diebstahl aufklären. Visitenkarten des Weißen Rings sind an Polizisten übergeben worden. Sie könnten unmittelbar an Opfer von Kriminalität weitergegeben werden. Dass es künftig im Rathaus Sprechstunden des Weißen Ringes geben kann, begrüßen die Akteure sehr. Das erleichtere Opfern den Weg, sich Hilfe zu holen.