Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) eröffnet die zweite Festivalrunde am Sonntag vor ausverkauftem Saal und genießt dann mit seiner Frau das etwa zweistündige Auftaktkonzert. Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) und Johannes Brahms (1833-1897) haben sich die Musiker des Weimarer Klavierquartetts für den Auftakt ausgesucht. Ein Glücksgriff, aber auch ein ordentliches Stück Arbeit. Nach Mozarts Klavierquartett Es-Dur, KV 493 erfordert das mehr als 50-minütige Klavierquartett Nr.2 A-Dur, op. 26, von Brahms neben musikalischem Können vor allem physische Stärke. Insbesondere der Geigerin Barbara Seifert - in drei Wochen erwartet sie ihr Kind - zollen Zuhörer wie Musikerkollegen höchsten Respekt.

Die Wege von Johanna Zmeck (Klavier) und Nassib Ahmadieh (Violoncello) - Ideengeber für das Finsterwalder Festival - Jakob Tuchscheerer (Viola) und Barbara Seifert kreuzten sich an der Hochschule für Musik "Franz Liszt" in Weimar. Seit 2010 begeistern sie als Klavierquartett ihr Publikum. Wie sie Klavier und Streicher zur harmonischen Einheit führen sorgt für Gänsehaut. Die Zuhörer ringen nach Worten. "Das war fantastisch", schwärmt Lutz Paul aus Doberlug-Kirchhain. Noch als Wagnis hat er das 1. Finsterwalder Kammermusikfestival empfunden. "Und nun ist es schon das zweite und man muss sich so zeitig um Karten bemühen", staunt er. Seine Frau Susanne sieht den Erfolg in der Mischung aus exzellenten Künstlern, stimmigem Ambiente und fast familiärer Atmosphäre in der Finsterwalde Loge begründet.

Am Vortag hatte Nassib Ahmadieh im rbb-Kulturradio davon gesprochen, dass die Finsterwalder "hungrig sind" auf klassische Musik. Nach solchen Appetithappen wie am Sonntag ist das kein Wunder.

Weitere Festivalkonzerte: 13. April, 19.30 Uhr "Kontraste", 20. April, 19.30 Uhr Debussy Gesprächskonzert, 27. April, 19.30 Uhr Duo Brillaner (ausverkauft), 29. April, 11 Uhr Freies Ensemble Dresden.