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Finsterwalde Lions spendieren Weihnachtsessen.
Momente voller Herzlichkeit und Wärme

Für Finsterwaldes Lions-Mitglieder ist das Weihnachtsessen ein fester Bestandteil der Club-Aktivitäten geworden.
Für Finsterwaldes Lions-Mitglieder ist das Weihnachtsessen ein fester Bestandteil der Club-Aktivitäten geworden. FOTO: Torsten Pötzsch / LR
Finsterwalde. Finsterwalde Lions servieren zum wiederholten Mal Bedürftigen der Stadt ein Weihnachtsessen und bringen dabei fast 200 Entenkeulen, Klöße, Rotkohl und Desserts an die Tische. Von Torsten Pötzsch

Sie leiteten oder leiten Geldhäuser, IT-Unternehmen, Kanzleien oder managen Großprojekte. Mit viel Fleiß, Arbeit, Mut zum Risiko, der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, und etwas Glück oder glücklichen Umständen stehen sie „wirtschaftlich“ zumeist auf der „Sonnenseite des Lebens“ – die Mitglieder des Lions-Clubs. Doch getreu der Charta der weltweit agierenden Lions sehen sich auch die Mitglieder des Finsterwalder Lions-Clubs in der Verantwortung für Menschen, denen es nicht so gut geht, die trotz allen Bemühens oft nicht das Nötigste zur Bewältigung des Alltags haben. Und so gibt es seit vier Jahren das große „Weihnachtsessen“ in der Gaststätte Alt Nauendorf mit allem „Pipapo“ – leckeren Entenkeulen, Klößen, Rotkohl, einem Dessert und einem passenden Getränk. Waren es anfangs knapp 100 Gäste, die durch die Mitglieder des Lions-Clubs liebevoll bewirtet wurden, waren es vergangenen Samstag fast 200.

„Dies muss aber kein Zeichen sein“, betonte André Speri, einer der führenden Mitinitiatoren, „dass es in der Stadt mehr ,Bedürftige’ gibt. Es gibt da auch eine Schamgrenze oder –schwelle und die scheint sich langsam abzubauen.“ Es habe sich herumgesprochen, so André Speri „dass das hier eine ganz normale Sache ist, sich niemand für sein Schicksal schämen muss und man einfach zusammen mal eine gute Zeit in der Vorweihnachtszeit haben kann.“

Mehr als 3000 Euro standen auf dem Schlussbon der ganzen Veranstaltung. „Das Geld kommt aus Mitgliedsbeiträgen, unseren Aktionen und Ständen beim Sängerfest und viele Mitglieder oder deren Partner verzichten bei Geburtstagen auf Präsente und wollen dafür lieber Geld, welches direkt gespendet wird“, erklärte Manfred Schäfer, der ehemalige Sparkassenchef und „Erfinder“ des „Weihnachtsessens“. Trotz Riesenerfolg, er bleibt bescheiden: „Ich hab die Idee mal in den Ring geworfen, wir haben gemeinsam diskutiert und überlegt und haben einen Konsens gefunden. Und ich denke, es ist eine gute Sache rausgekommen. Das gibt uns den Mut, genau an dieser Stelle weiter zu machen. Uns macht es großen Spaß, bei den Adressaten kommt es zunehmend an und warum sollen wir mit so einer Erfolgsgeschichte aufhören?“ Kein Wunder, dass Manfred Schäfer gegenüber der RUNDSCHAU ohne lange zu überlegen und zu zögern, äußert: „Auch im kommenden Jahr wird es wieder genau dieses Weihnachtsessen geben.“

Einer der von Anfang an als Gast dabei ist, ist Lutz Henschel. „Das ist einfach eine Top-Sache. Ich konnte im vergangenen Jahr auch meine Mutter überzeugen, mitzukommen und dieses Jahr musste ich gar nicht lange fragen. Was die Männer und Frauen des Lions-Clubs hier machen, ist nicht einfach nur ein Essen servieren, es ist eine Form der Wertschätzung und Achtung und das macht diese Sache zu einer besonderen.“

Dass der Gedanke der Weihnacht nicht im Konsum liegt, sondern im Geben, wenn man kann, das wurde am vergangenen Samstag mehr als deutlich.