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| 12:07 Uhr

Für Liebhaber des Nadelgewächses
Weihnachtsbaum selber schlagen ist im Trend

In Doberlug-Kirchhain kann sich jeder Weihnachts-Liebhaber am Wochenende unter Aufsicht der Landeswaldoberförsterei seinen Baum selbst im Wald schlagen.
In Doberlug-Kirchhain kann sich jeder Weihnachts-Liebhaber am Wochenende unter Aufsicht der Landeswaldoberförsterei seinen Baum selbst im Wald schlagen. FOTO: dpa / Sebastian Kahnert
Doberlug-Kirchhain. Wer in Elbe-Elster das besondere Baum-Erlebnis sucht, hat am Wochenende in Doberlug-Kirchhain die Chance dazu. Von Josephine Japke

Wer seinen Baum lieber selber schlagen möchte, statt ihn zu kaufen, hat am Samstag, 15. Dezember, die Möglichkeit dazu. Auf einem etwa halben Hektar großen Waldstück bietet die Oberförsterei Doberlug-Kirchhain im gesamten Elbe-Elster-Kreis als einzige die Möglichkeit an, mit der eigenen Axt oder Säge dem Weihnachtsbaum an den Kragen zu gehen.

„Wir haben die Aufsicht über etwa 19 000 Hektar Landeswald. Aus dessen Verjüngungsflächen können die Bäume gewonnen werden“, erklärt Gisbert Herold vom Landesbetrieb Forst Brandenburg. Die extra angelegten Weihnachtsbaum-Kulturen wachsen seit etwa zehn Jahren. In der Zeit erreichen Gemeine Kiefer, Serbische Fichte, Nordmanntanne und Co gute 1,5 bis 3 Meter Höhe.

Wer allerdings denkt, dass er der Natur schaden würde, wenn er die zarten Bäumchen extra für das Weihnachtsfest aus dem Wald holt, liegt falsch, so Gisbert Herold. „Die Kulturen werden auf Lichttrassen, Brachflächen und Forstäckern angepflanzt. Wenn die Bäume zu hoch oder zu alt sind, müssen wir die Flächen eh beräumen. Da ist es doch besser, wenn die Bäume dann noch einen schönen Zweck erfüllen“, sagt er.

Auf diese Art und Weise einen Baum zu kaufen, sei stattdessen die ökologischste Methode. Den freiwachsenden Bäumen wird keine Chemie zugefügt und sie kommen frisch aus dem Wald und stehen nicht schon tagelang im Supermarkt weshalb sie länger haltbar sind.

Schon in den letzten Jahren war der Andrang auf den einmaligen Termin im Dezember, an dem der Baum selbst geschlagen werden konnte, groß. Auch in diesem Jahr rechnet Gisbert Herold wieder mit regem Zuspruch von Familien, Naturverbundenen und älteren Menschen, die Wert auf Tradition legen. „Die Leute kommen von überall her, auch aus Berlin oder Dresden, weil man nicht allzu häufig die Gelegenheit bekommt, seinen Baum selber zu schlagen“, sagt der Forstamtmitarbeiter.

Auch er selbst hat schon das ein oder andere Mal seinen Weihnachtsbaum selbst geschlagen. In diesem Jahr hat er sich für eine Gemeine Kiefer entschieden, die mit traditionellem Stroh-Schmuck dekoriert wird. „Aber man sagt, dass in diesem Jahr grüner Weihnachtsbaumschmuck im Trend ist. Ob das stimmt, weiß ich aber nicht“, lacht Gisbert Herold.

Wer am Samstag von 10 bis 14 Uhr in der Torgauer Straße in Doberlug-Kirchhain ebenfalls auf der Suche nach dem perfekten Baum durch den Wald stapfen will, muss nur eine Axt oder Säge mitbringen - und eine starke Schnur, denn Netze wird es nicht geben. „Da legt man schon Wert, auf der ökologischsten Art einen Baum zu holen und dann packt man das in umweltschädliche Plastiknetze? Nicht bei uns“, sagt Gisbert Herold. Wer den Termin am Samstag verpasst, kann am Sonntag in die Försterei Weberteich kommen und dort schon geschlagene Bäume aus der Oberförsterei kaufen.