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Weg vom 08/15-Image

Veit Klaue präsentiert den neuen Jutebeutel der Stadt Finsterwalde.
Veit Klaue präsentiert den neuen Jutebeutel der Stadt Finsterwalde. FOTO: STEVEN Wiesner
Finsterwalde. Veit Klaue vom Sängerstadtmarketing e.V. benennt Programmpunkte und Pläne für das Jahr 2017. Natürlich geht es dabei um die Reformation – aber auch um weit Größeres. Steven Wiesner

Die Finsterwalder Touristinformation arbeitet in diesen Tagen an neuen Souvenirs. Tassen, Kühlschrankmagneten oder andere Mitbringsel, auf denen einfach nur ein Bild oder der Stadtname raufgeklatscht werden, soll es in Zukunft nicht mehr geben. "Das ist 08/15", sagt Geschäftsstellenleiter Veit Klaue. Grafiker seien gerade dabei, ein paar Motive zu entwickeln.

Irgendwie steht die Arbeit an neuen Souvenirs aber auch nur symbolisch für die Ziele und Vorhaben der hiesigen Touristikbranche. Man könnte meinen, Veit Klaue wolle generell kein 08/15 mehr in der Sängerstadtregion. Nicht nur bei Erinnerungsstücken. Nichts Geringeres als "die Erstellung eines touristischen Leitbildes" für den gesamte Sängerstadtregion steht laut Klaue ganz oben auf der Prioritätenliste des neuen Jahres. Sie ist ein konkreter Arbeitsauftrag für den Sängerstadtmarketingverein, für den spannende Zeiten anzubrechen scheinen. "Wir müssen Weichen für die nächsten Jahre stellen", sagt Klaue. "Wo wollen wir hin? Welches Profil geben wir uns?" Bei der Beantwortung solcher Fragen könne sich auch jeder miteinbringen und den Diskurs mit Ideen bereichern.

Finsterwalde will dabei aber keine Alleingänge machen. Man versteht sich als Teil der Sängerstadtregion. "Wir sind die Perle zwischen den Metropolen Berlin, Dresden und Leipzig." Das müsse auch in die Köpfe und das Bewusstsein der Menschen, meint Veit Klaue. Frei nach dem Motto: Seid stolz auf eure kleine, aber feine Provinz! Und gebt uns was, was wir vermarkten können!

In Sachen Vermarktung kommt das Jahr 2017 mit seinem Reformationsjubiläum gerade recht. "Das Thema ist eine Chance für die Region", weiß Klaue. "Es beschert Elbe-Elster unheimliche Aufmerksamkeit." Mit dem Lutherpass hat der Landkreis schon genau ins Schwarze, weil den Geschmack der Leute getroffen. Mittlerweile muss sogar schon die dritte Auflage gedruckt werden. Für Veit Klaue aber mindestens genauso wertvoll: Die Reformation hat es geschafft, drei Bundesländer und fünf verschiedene Landkreise thematisch zu vereinen. "Ich wüsste nicht, dass es sowas schon mal gegeben hat."

Anlässlich des Luther-Themas wird die Frauentagstour der Finsterwalder Touristinformation dieses Jahr auch nach Wittenberg führen. Am 18. März steigt die Tour, ein Ticket kostet 45 Euro, etwa 20 Plätze sind noch frei.

Das Jahr 2017 hält aber auch Programmpunkte bereit, die ohne Luther funktionieren. Ein Höhepunkt soll das Chorfest des Brandenburgischen Chorverbandes werden, das auch dank der Sparkasse Elbe-Elster in die Sängerstadt geholt werden konnte und am 24. Juni zum zweiten Mal nach 2007 in Finsterwalde stattfinden wird. Besagter Wettbewerb soll direkt übergehen in ein Stadtfest mit Bühnen im Schlosspark oder auf dem Marktplatz.

Großer Beliebtheit erfreuen sich überdies Radtouren vom Sängerstadtmarketing. "Wir werden das Radlerjahr offiziell am 22. April mit E-Bikes und Pedelecs eröffnen, also Fahrrädern, die elektrisch betrieben werden", erklärt Klaue. Gleichermaßen hätten sich Stadtführungen in Finsterwalde durchgesetzt. "Wir sind zwar keine Großstadt, wo 20 Stadtführer parallel durch die Gegend laufen, aber es wird immer mehr." Bis zu 120 Führungen führt die Touristinformation im Jahr durch. Zahlreiche weitere Highlights listet der Veranstaltungskalender auf, der in der Touristinformation ausliegt.

Ebenfalls seit Neuestem beim Sängerstadtmarketing zu bekommen ist ein Jutebeutel, der in Zusammenarbeit mit Edeka Muschter entworfen wurde. Ein nettes Souvenir - und auch ein weiteres Anzeichen dafür, dass man kein 08/15 mehr machen will.