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| 02:36 Uhr

WAV wartet auf Signal aus Potsdam

Doberlug-Kirchhain/Sonnewalde. Nach mehr als zweijähriger Diskussion will der Wasser- und Abwasserverband Westniederlausitz (WAV) jetzt die Überleitung der Abwässer von Sonnewalde ins Klärwerk Lindena baulich umsetzen. Was noch fehlt, ist ein verbindliches Signal aus Potsdam zur Absicherung der Finanzierung. Heike Lehmann

Wenn alle Signale auf Grün stehen, um die Druckleitung gen Lindena umzusetzen, dann gilt ab dem 1. Januar 2015 im Gebührengebiet Sonnewalde (ehemals TAZ) derselbe Schmutzwasserbeitragssatz wie im Gebiet Doberlug-Kirchhain (ehemals TAZV) - sprich 2,91 Euro/Quadratmeter. Das hat die Verbandsversammlung in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen. Bislang gelten 3,50 Euro/m{+3}. Mit der Angleichung wäre ein weiterer Schritt getan, um der Sonnewalder Forderung "Ein Verband - ein Preis" zu entsprechen.

Bei der Mengengebühr für Schmutzwasser wurde für den Sonnewalder Raum ein Satz von 9,31 Euro/m{+3} beschlossen (noch zahlen Sonnewalder immense 11,25 Euro/m{+3}). Für das Gebührengebiet Doberlug-Kirchhain gelten 3,42 Euro/m{+3}. Eine Angleichung könnte es hier aus Verbandssicht frühestens zum 1. Januar 2016 geben - wie Andreas Dommaschk, stellvertretender Vorsitzender der Verbandsversammlung, als neues Signal in Richtung Sonnewalde andeutete. Bislang hieß es: Nicht vor 2017!

Die Sonnewalder Stadtverordneten aber fordern schon mit Beginn des Jahres 2015 gleiche Gebühren. Als Bürgermeister Werner Busse (CDU) dies als Sonnewalder Vertreter erneut vortrug, verdeutlichte Verbandsvorsteher Dietmar Seidel: "Dazu fehlt der Finanzierungsvorschlag von Sonnewalder Seite. Gleiche Bedingungen dürfen laut Verbandssatzung nicht zu Lasten eines Gebührengebietes gehen."

Mit Zusatz beschlossen

Die Satzungen für die neuen Beitrags- und Gebührensätze darf der Verbandsvorsteher aber erst ausfertigen, wenn die Finanzierung zur Umsetzung des Statusberichtes geklärt ist. Was fehlt, ist der schriftliche Bescheid aus Potsdam, dass das Land noch zur einst avisierten Mitfinanzierung steht. Zwar war die Überleitungsvariante bereits 2012 als einzig förderfähige Lösung favorisiert worden. Die Stadt Sonnewalde suchte aber zwischenzeitlich nach einer wirtschaftlicheren Lösung, die bislang nicht vorgelegt werden konnte. Und es gibt nach wie vor Bestrebungen nach einer eigenständigen Sonnewalder Abwasserlösung.

Netz wird umgedreht

Aber auch der Verband hat Hausaufgaben gemacht: Die technologische Umsetzung der Überleitung wurde optimiert. Das heißt: Es sollen die in der Erde liegenden Sonnewalder Abwasserleitungen genutzt werden. Das Netz wird umgedreht. Einige Pumpwerke werden erneuert. Auf einem Abschnitt von 2100 Metern wird die vorhandene Leitung 1:1 durch eine größere ersetzt. An anderer Stelle werden beispielsweise 720 Meter Druckleitung außer Betrieb genommen. Alles in allem müssen zur Überleitung von der Kläranlage Münchhausen bis nach Kirchhain, Luckauer Straße, nur noch 1940 Meter Druckleitung zusätzlich gebaut werden. Kosten inklusive zu erneuernder Pumpwerke: knapp 2,1 Millionen Euro. Gebaut wird dieses mit Fördermitteln vom Land und Schmutzwasserbeiträgen aus dem Gebührengebiet Sonnewalde. Mit einer verbindlichen Zusage aus Potsdam wird in den nächsten Tagen gerechnet.