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Wasserverband sucht nach Abhilfe bei Geruchsbelästigung vom Kanal

Doberlug-Kirchhain. Lösungswege gegen die Geruchsbelästigung vom Kanal insbesondere in der Friedenstraße im Sonnewalder Ortsteil Goßmar hat sich die Verbandsversammlung des Wasser- und Abwasserverbandes Westniederlausitz (WAV) in ihrer jüngsten Sitzung aufzeigen lassen. Die WTU Ingenieurgemeinschaft war mit den Untersuchungen beauftragt worden. leh

Zuvor hatte eine Anwohnerinitiative unterstützt von der Stadt Sonnewalde öffentlich auf das massive Problem aufmerksam gemacht.

Die Techniker erkennen ein Problem in der Schmutzwasserdruckleitung von Breitenau über Goßmar und Pießig zur Kläranlage Münchhausen. Fotos belegen erhebliche Betonkorrosionen durch Schwefelwasserstoff. Schlussfolgerung: "Die Aufenthaltszeit des Schmutzwassers im System ist zu lang", so die Ingenieure.

Die aus fachlicher Sicht sinnvollste Lösung mit neuem Pumpwerk und neuer Druckleitung würde knapp 500 000 Euro (netto) kosten.

Die gleiche Firma war mit der Untersuchung der Schmutzwasserkanalisation von Frankena, Münchhausen und Schönewalde beauftragt. Am sanierungsbedürftigsten stellte sich nach der TV-Inspektion das Netz von Schönewalde heraus. Geruchsbelästigung in diesen drei Kanalnetzen sei gleichfalls nur eine Frage der Zeit, hieß es aus der Verbandsversammlung. Im Raum standen folgende Sanierungskosten: Frankena - 150 000 Euro, Münchhausen - 264 000 Euro und Schönewalde - 319 000 Euro. Alles in allem summierten sich die Zahlen auf eine reichliche Million Euro.

Dem dringenden Sanierungsbedarf steht ein Finanzierungsloch von ungefähr 4,5 Millionen Euro im Sonnewalder Abwasserbereich gegenüber, erklärte Verbandsvorsteher Dietmar Seidel. Er prognostizierte eine Verbandsumlage für weitere Jahre und "exorbitant hohe Gebühren". Dass die Stadt Sonnewalde die aktuelle Verbandsumlage - im Gegensatz zu Massen und Doberlug-Kirchhain - nicht gezahlt habe, führe zu einer negativen Liquidität, fügte Seidel an.