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Was Luther einst mundete

Iris und Frank Schreiber vom Gourmetrestaurant "Goldener Hahn" in Finsterwalde laden in diesem Jahr zu Luther-Abenden ein. Kreiert wurde bereits der Senf "Luthers Scharfe Zunge". Iris Schreiber hält zudem ihr erstes Buch "Ein Löffel voll Begierde" in der Hand.
Iris und Frank Schreiber vom Gourmetrestaurant "Goldener Hahn" in Finsterwalde laden in diesem Jahr zu Luther-Abenden ein. Kreiert wurde bereits der Senf "Luthers Scharfe Zunge". Iris Schreiber hält zudem ihr erstes Buch "Ein Löffel voll Begierde" in der Hand. FOTO: Heike Lehmann
Finsterwalde. Vor 20 Jahren wurde Frank Schreiber Koch-Weltmeister mit der Jugend-Nationalmannschaft und Küchenchef im "Goldenen Hahn". Was er 2017 kocht, hätte auch Luther geschmeckt. Heike Lehmann

Der Finsterwalder Gourmetkoch Frank Schreiber führt den "Goldenen Hahn" in dritter Generation. Er hat das Restaurant gemeinsam mit seiner Frau Iris zu einer erstklassigen Adresse in Brandenburg entwickelt. Allein die Küchenkreationen sind für Dresdner, Berliner, Cottbuser eine Reise wert. Doch Schreibers verwöhnen ihre Gäste nicht nur kulinarisch. Beide suchen nach touristischen Anknüpfungspunkten und da kommt ihnen das Lutherjahr gerade recht. Im "Goldenen Hahn" gibt es in diesem Jahr, was womöglich auch Luther geschmeckt hätte. "Dazu stecken wir die Nase in die Bücher, recherchieren, was bei ihm und seinen Zeitgenossen in Eisleben, Magdeburg, Worms oder Wittenberg auf den Tischen stand. Wir wollen 2017 mit Zeitgeist kochen", sagt Frank Schreiber. Es wird monatlich ein anderes Menü mit jahreszeitlichen Produkten der Region geben. Dazu wird aus berufenem Munde, hier wollen Schreibers mit Historikern kooperieren, erzählt, was den Reformator Martin Luther mit der Sängerstadt-Region verbindet. Ob es Erbsenpüree mit Brathering, was Luthers Leibspeise gewesen sein soll, zu einem solchen kulinarischen Abend auf die Menükarte schaffen, bleibt abzuwarten. "Es soll ja auch kulinarisch harmonieren", sagt Frank Schreiber augenzwinkernd. So etwa wie "Luthers Scharfe Zunge", ein spezieller Senf, den der Küchenchef kreiert hat und der im Reformationsjahr verkauft wird. "Ohne Zucker, den gab's ja damals noch nicht, dafür mit Honig", verrät er.

Auch den Luther-Pass, ein touristisches Erfolgsprodukt vom Landkreis Elbe-Elster, gibt es im "Goldenen Hahn". "Innerhalb einer Woche waren 30 Stück vergeben", freut sich Frank Schreiber, der gern auch Stempelstelle für den Luther-Pass werden möchte.

Frank Schreiber begeht aber auch selbst ein Jubiläum in diesem Jahr. Vor 20 Jahren wurde er Kochweltmeister beim Taste of Canada mit der Jugend-Nationalmannschaft Deutschlands und Chef im "Goldenen Hahn". In Erinnerung an die vielen Reisen kocht er jeden Monat ein anderes Jubiläumsmenü internationaler Küche.

Eine Erfolgsgeschichte sind mittlerweile die literarisch-kulinarischen Abende, für die sich das Ehepaar Schreiber gegenseitig inspiriert. Sie schreibt Geschichten und Gedichte, er denkt sich die passenden Gaumenkitzel dazu aus. Das ist einmalig in Deutschland. Stolz hält Iris Schreiber ihr erstes Buch in der Hand. "Ein Löffel voll Begierde" bündelt Geschichten - spannend, mörderisch oder sinnlich - aus ihrer Feder.

In diesem Jahr knöpft sich die Autorin Berufsbilder vor - die Apotheker waren im Januar dran. Am 22. Februar gibt's "Unschuldslamm" - Anwalt und Richter in Sauce.

Zum Thema:
Martin Luther und die Sängerstadt-Region heißt es im "Goldenen Hahn" bei einem kulinarischen Abend am Freitag, 24. Februar, um 19 Uhr. Die Gäste erfahren, was Luther mit der Sängerstadt-Region verbindet. Dazu kann man ein 4-Gang-Menü genießen. Weitere Termine folgen dann monatlich bis November.Gleichfalls monatlich bietet Frank Schreiber ein Jubiläumsmenü internationaler Küche an. Damit erinnert er an Stationen mit der einstigen Jugend-Nationalmannschaft - von Canada bis zum Orient.