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Was des Anglers Herz begehrt

Die diesjährige sehr gut besuchte Anglerbörse in Finsterwalde hat erneut alles das geboten, was Freizeitangler brauchen.
Die diesjährige sehr gut besuchte Anglerbörse in Finsterwalde hat erneut alles das geboten, was Freizeitangler brauchen. FOTO: Torsten Pötsch/top1
Finsterwalde. Die Finsterwalder Anglerbörse ist und bleibt eine Erfolgsgeschichte. Am Sonntag öffneten sich die Türen des Saales der "Erholung" bereits zum 15. Mal. Torsten Pötzsch / top1

Schon weit vor der offiziellen Eröffnung strömten die Petrijünger aus allen Himmelsrichtungen heran. Und nur eine Stunde nach Beginn wurden schon 250 zahlende Gäste gezählt.

Zusammen mit den 23 Anbietern und den vielen Kindern, die freien Eintritt hatten, ging es teilweise ziemlich eng zu. Klaus Haupt, Erfinder, Herz und Kopf der Börse, saß, wie es seine Art ist, mehr am Rand und freute sich über das ungebrochene Interesse. Allerdings hatte er auch eine kleine Träne im Knopfloch, denn, wie von ihm angekündigt, es ist als Organisator seine tatsächlich letzte Börse gewesen. "Zufrieden" zeigte er sich und meinte dies auch rückblickend.

Klaus Haupt präsentierte aber auch einen würdigen Nachfolger. Thomas Dymke heißt der junge Mann. Beide kennen und schätzen sich schon seit vielen Jahren. Klaus Haupt möchte natürlich, wenn sein Rat gefragt ist, den Neuen unterstützen. "Der bekommt von mir jeden Spickzettel", versicherte er.

Thomas Dymke angelt seit seinem zehnten Lebensjahr, hat sich jetzt auf Hecht, Zander und Barsch festgelegt. Die Gewässer rund um Rügen sind sein bevorzugtes "Jagdrevier".

"Als Klaus mich fragte, musste ich nicht lange überlegen. Die Bedenkzeit war sehr, sehr kurz. Ich trete hier ein sehr gut organisiertes Erbe an", lobte er seinen baldigen Vorgänger. Viel an der Sache ändern möchte er nicht, hat aber schon ein paar Ideen in der Hinterhand: "Wir wollen verstärkt die Jugend, den Nachwuchs ansprechen, den es durchaus gibt. Da könnte ich mir ein wenig mehr Multimedia gut vorstellen."

Und wenn Thomas Dymke von "wir" spricht, meint er seinen Angelfreund Marco Hollax, der ihm helfend zur Seite stehen will. Mit seinen Ideen rennt Thomas Dymke beim Hausherrn, Klaus-Dieter-Umlauf, offene Türen ein. "Wir platzen hier aus allen Nähten. Da habe ich mir gedacht, dass wir im kommenden Jahr den Barbereich noch hinzunehmen. Der soll dann speziell von und für Kinder und Jugendliche gestaltet werden", so Klaus-Dieter Umlauf.

Was Thomas Dymke angeht, ist er mit dem Nachfolger von Klaus Haupt "hoch zufrieden" und schaut optimistisch in die Zukunft. "Das ist ein guter Mann", so sein Urteil.

Neben den vielen älteren Jahrgängen, vor allem Männer, war auch zu beobachten, dass sich immer mehr junge Frauen für das Hobby Angeln interessieren. So wie Sabrina Schöneis (26) aus dem sächsischen Pulsnitz. "Ich angele ja erst seit einem Jahr", erklärte die junge Frau. "Ich habe einen Angelkurs mitgemacht, und seither lässt es mich nicht mehr los. Es ist einfach faszinierend." Sie hielt Ausschau nach einer Spinrute, einem Anglerstuhl und ein paar Rollen. "Die Messe ist einfach top. Ich habe alles gefunden, was ich gesucht habe und bin zufrieden. Schön sind auch die vielen Gespräche mit den älteren Anglern, da kann man nur lernen. Hier wird einem nichts aufgedrängelt, im Gegenteil, die Anbieter nehmen sich richtig viel Zeit", sagt die junge Frau.

Angeboten wurde alles rund ums Angeln. Und auch Sammler wurden fündig. Rolf Schulze aus Neukirchen bei Plauen ist so einer. Die Börse kannte er bisher nur aus der Gästesicht. In diesem Jahr hatte er erstmals einen eigenen Stand und bot vor allem alte Angelliteratur an: "Da kann man natürlich nicht die großen Umsätze erwarten, doch ich bleibe optimistisch und komme natürlich im nächsten Jahr wieder."

Fünf Stunden wurde gefeilscht, getauscht, begutachtet und geredet, dann war auch schon wieder Schluss. Viele Petrijünger werden sicherlich gleich in den nächsten Tagen ihr neues Material testen.