| 16:46 Uhr

Nachgefragt
Schlechte Aussichten: Busfahren am Wochenende

Kreisdezernent Peter Hans.
Kreisdezernent Peter Hans. FOTO: Dieter Babbe
Herzberg/Finsterwalde. Warum am Wochenende kaum Busse durchs Elbe-Elster-Land rollen. Von Daniel Friedrich

Wenn RUNDSCHAU-Leser Wolfgang Arndt einen Wochenendausflug von Sonnewalde nach Berlin plant, dann sieht er ohne eigenes Auto ziemlich alt aus. Zwar würde ab Finsterwalde ein Zug fahren, doch Busse, die Fahrgäste erst mal zum Bahnhof befördern könnten, gibt es nicht. Peter Hans, als Kreisdezernent zuständig für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV), erklärt, warum das so ist.

Herr Hans, wie kommt man am Wochenende in Elbe-Elster mit dem ÖPNV von A nach B?

P. Hans: Bestenfalls mit der Bahn. Denn in unserem Nahverkehrsplan, der seit 2015 und bis 2025 gilt, ist festgelegt, dass sich das übrige ÖPNV-Angebot im Landkreis nur auf die Wochentage Montag bis Freitag orientiert. Den Nahverkehrsplan hat einst der Kreistag beschlossen, er ist im Internet einsehbar.

Warum werden am Wochenende keine Busse auf die Strecken geschickt?

P. Hans: Der Bedarf ist im Verhältnis zu den zur Verfügung stehenden Mitteln zu gering. Das ist schlicht eine Kostenfrage. Jedes Taxi wäre günstiger unterwegs.

Wie finanziert sich denn der Busverkehr im Elbe-Elster-Land?

P. Hans: Zum einen aus öffentlichen Mitteln, die uns der Bund beziehungsweise das Land zur Verfügung stellen. Die Höhe dieser Mittel ist festgeschrieben. Dann gibt der Landkreis rund 2,9 Millionen Euro pro Jahr an die Nahverkehrsgesellschaft dazu. Und schließlich kommen die Einnahmen aus dem Fahrscheinverkauf dazu. Sie machen allerdings nur einen sehr geringen Anteil aus. Jede Ausweitung des Angebotes würde also stark erhöhte Fahrpreise zur Folge haben.

Was passiert, wenn sich der Bedarf am Busverkehr bis 2025 verändert? Wie verbindlich ist der Nahverkehrsplan?

P. Hans: Der Plan beinhaltet die Rahmenbedingungen. Wir schauen uns jedes Jahr die Situation an und passen kleinere Dinge an. So zum Beispiel die neue Buslinie Herzberg–Torgau, die es seit September 2017 gibt. Oder den Bus Falkenberg–Mühlberg zum Lutherjahr. Zudem haben wir in Tagesrandlagen Rufbus-Linien eingerichtet, die teilweise in der Bevölkerung noch unbekannt sind. Dass künftig einmal ein Linienbus am Wochenende fahren wird, glaube ich dennoch nicht.

Mit Peter Hans
sprach Daniel Friedrich