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| 01:10 Uhr

Warte nicht auf später

In diesen Tagen feiern wir die „Sommersonnenwende“ , die Zeit, in der die Sonne ihren Höchststand erreicht. Der 24. Juni ist in der Kirche dem Gedenken eines Mannes gewidmet, der sein Leben ganz in den Dienst Gottes gestellt hat. Sein Name ist Johannes.


Er trat als Prophet und als Vorbote der von Gott versprochenen Hilfe auf. Als manche Leute in ihm den verheißenen Messias, den „von Gott geschickten Retter“ , vermuteten, wehrte Johannes sich vehement dagegen und sagte: „Ich taufe euch mit Wasser, aber nach mir kommt einer, der ist viel mächtiger als ich ... Er wird euch mit heiligem Geist und mit dem Feuer des Gerichts taufen.“ Johannes kam, um die Menschen wachzurütteln, die meinten, „Gott sei weit weg“ , er kam, um sie aus ihren eingefahrenen Geleisen der Trägheit und der religiösen Selbstsicherheit herauszureißen. Johannes war ein unbequemer Zeitgenosse, der frei und offen seine Meinung sagte, zum Teil mit recht deftigen Worten: „Ihr Schlangenbrut, ihr Ottern-gezücht. Ändert euer Leben!“ Keinen schonte er. Auch den König nicht. Er deckte Missstände und Lügen in der Gesellschaft auf und hielt den Menschen einen Spiegel vor: „So weit habt ihr euch von Gott entfernt - abgrundtief ist der Graben“ .
Herodes ließ sich das nicht lange bieten. Die Spitzel hatten es ihm längst zugetragen, dass da unten am Jordan es einer wagte, ihn, den König, in aller Öffentlichkeit zu schmähen. Johannes erging es, wie vielen Propheten vor ihm: Weil er die Wahrheit sagte, wurde er ein-gesperrt und mundtot gemacht. Da saß er in der Festung Machaira, und er ahnte, dass er lebend da nicht herauskommen würde. Johannes hatte Jesus kennen gelernt unten am Jordan, als der sich von ihm taufen ließ. Da wusste er sofort: „Dieser ist es, den Gott uns verheißen hat“ . Nun, im Gefängnis sitzend, am Ende seines Lebens, wollte Johannes es noch einmal genau wissen und schickte seine Jünger zu Jesus mit der Frage: „Bist du es, der da kommen soll oder sollen wir auf einen anderen warten?“ Jesus gibt eine merkwürdige Antwort:
„Geht zu Johannes und sagt, was ihr hört und seht: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Armen wird das Evangelium verkündigt.“ Johannes fragt nach der Zukunft, und Jesus macht ihn auf die Gegenwart aufmerksam. So will der Johannestag auch uns heute aufmerksam machen: Warte nicht auf später, sieh und höre, was jetzt um dich herum geschieht. Gott ist gegenwärtig, er ist wirksam, auch in deinem Leben.
Wollen Sie mehr über Johannes und Jesus erfahren, dann lade ich Sie herzlich zum Johannistag, am Dienstag, dem 24. Juni, abends um 19 Uhr in unsere Johannis-Kirche nach Gahro ein. Jedes Jahr feiern wir Gottesdienst am Johannistag - wohl als einzige Gemeinde im Kirchenkreis - in Erinnerung an den Täufer Johannes, der uns Menschen mahnen will, Gott in unserem Leben nicht draußen vor zu lassen, sondern ernstlich mit ihm zu rechnen und Christus bei uns einen Platz im Herzen finden zu lassen.