Das Straßenverkehrsamt Elbe-Elsterhat auf die massive Bürgerkritik mit einer Verkehrszählung in den Orten reagiert - mit dem Ergebnis, dass in Rückersdorf die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h reduziert worden ist - in Oppelhain, Sorno und Pechhütte aber nicht. "Wir sind schon sehr verwundert", sagt der Sornoer Ortsvorsteher Marco Bergmann. "Wo sind die Lkw auf dem Weg von Rückersdorf nach Sorno abhanden gekommen? Eine Abkürzung durch den Wald ist wohl sehr unwahrscheinlich. Und von verschwundenen und vermissten Lkw hat man bisher auch nichts gehört", spitzt der Ortsvorsteher zu - und fragt: "Gibt es beim Landkreis eine unterschiedliche Zählweise - zum Leidwesen auch der Sornoer, wo auch bei uns die Dorfstraße schlecht ist", klagt Marco Bergmann. Beim Straßenverkehrsamt wird zunächst mal festgestellt, dass wegen der gesperrten Forststraße in Finsterwalde die Zunahme des Lkw-Verkehrs in Sorno und Pechhütte "unerheblich" sei - und eine Geschwindigkeitsbegrenzung in beiden Orten abgelehnt werde. Dass die in Rückersdorf reduziert worden ist, habe nicht mit dem Verkehr, sondern mit den dortigen Straßenverhältnissen und Erschütterungen etwas zu tun. Auch an einer anderen Front regt sich zunehmend Widerstand gegen die weiten Umleitungen. Unternehmer, die viele Transporte auf der Straße abwickeln, sind frustriert. Schwerlaster müssen mit der neuen Umleitungsstrecke einen mehr als 30 Kilometer längeren Weg in Kauf nehmen. Bei der Industrie- und Handelskammer hagelt es wegen der Verschärfung der Verkehrssituation Proteste. Eine gravierende Änderung würde sich erst mit der Verlegung der Bundesstraße von Finsterwalde nach Massen ergeben. Doch für einen Baubeginn scheint es in Potsdam am notwendigen Druck zu fehlen, kritisiert man nicht nur im Rathaus. "Uns ist bekannt, dass das Vorhaben beim Ministerium für Infrastruktur oberste Priorität hat, wobei jetzt lediglich noch die Genehmigung für eine Planfeststellung im Hause des Ministers fehlt", heißt es seitens der Industrie- und Handelskammer (IHK). "Dennoch, und für uns unverständlich, ist erst zum Frühjahr des nächsten Jahres mit einem rechtmäßigen Planfeststellungsbeschluss als Voraussetzung für den Abruf der dafür im Bund bereits zur Verfügung stehenden Mittel zu rechnen", schreiben der Cottbuser IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Krüger und Gerd Rothaug, Vorsitzender des HK-Regionalausschusses Elbe-Elster, in einem Brief an Minister Jörg Vogelsänger (SPD). Beide verweisen darauf, dass selbst bei schnellem Handeln durch Ausschreibungsverfahren, Ausführungsplanung und andere Vorbereitungsarbeiten sowie durch den Bau bis zur fertigen Straße "noch einige Zeit ins Land gehen" werde.

Krüger und Rothaug drängen den Minister, das Verfahren in Potsdam zu beschleunigen. Eine kurzfristige Genehmigung wäre "für die Wirtschaft in Südbrandenburg, die Bevölkerung aus Finsterwalde und die gesamte Region Elbe-Elster ein positives Signal aus Ihrem Ministerium", heißt es im Brief.