| 02:39 Uhr

Waldbesitzer wollen Schaden nicht hinnehmen

Zahlreiche Waldbesitzer und interessierte Bürger haben an der Veranstaltung der FBG im Refektorium teilgenommen.
Zahlreiche Waldbesitzer und interessierte Bürger haben an der Veranstaltung der FBG im Refektorium teilgenommen. FOTO: FBG
Doberlug-Kirchhain. Etwa 300 Teilnehmer – zumeist private Waldbesitzer - sind laut Veranstalter am vergangenen Samstag der Einladung der Forstbetriebsgemeinschaft Südbrandenburg "Waidmannsruh-Wallhaus" (FBG) zu einer Informations- und Aktionsveranstaltung ins Refektorium nach Doberlug-Kirchhain gefolgt. Die FBG, der etwa 260 Waldbesitzer angehören, hatte zur Gründung eines Aktionsbündnisses "Rettet unseren Wald. red/ru

Südbrandenburger Wald in Gefahr" aufgerufen. "Das war eine überwältigende Resonanz auf unseren Aufruf. Daran zeigt sich aber auch, wie viele Waldbesitzer von den Problemen betroffen sind", so Diplom-Forstwirtin Katrin Dehmel von der FBG.

Zu den Anwesenden sprachen Dr. Khadjavi-Gontard, Vorstand der FBG Südbrandenburg, Dr. Schencking von der FBG Südbrandenburg, Franz Prinz zu Salm-Salm, Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Sachsen-Anhalt, und Martin Hasselbach, Geschäftsführer des Waldbesitzerverbandes Brandenburg.

In der dreistündigen Veranstaltung wurde deutlich, dass die Waldbesitzer durchgehend betroffen und extrem über das Ausmaß der Schädigung ihrer Wälder durch die Kiefernbuschhornblattwespe besorgt sind. Etwa 18 000 Hektar Kiefernwald sind zum Teil schwerstens befallen und geschädigt, so Katrin Dehmel. In den Vorträgen sei deutlich geworden, dass sich ein solcher Schaden wegen fehlender Bekämpfung nicht noch einmal wiederholen darf, dass die Waldbesitzer nicht wollen, dass über ihre Köpfe hinweg über ihre Wälder entschieden wird und dass sie den in ihren Wäldern entstandenen Schaden nicht einfach hinnehmen wollen. Der Ruf nach Schadensausgleich in Form von Bereitstellung entsprechender Förderungen sei durch viele Betroffene geäußert worden, sagt die Dipl. Forstwirtin. Franz Prinz zu Salm-Salm hat geäußert, dass viele Entscheidungsträger in Politik und Behörden den Zugang zu den Fragen, wie sie sich auf dem Land stellen, verloren hätten. Durch Zuwachsverlust seien bereits finanzielle Schäden für die Waldbesitzer zu verzeichnen. Bei einem möglichen Absterben der Bäume werde dieser Schaden weiter dramatisch ansteigen, so Dr. Schencking.

Auf der Veranstaltung wurde dazu aufgerufen, politische Mandatsträger direkt mit der Situation vor Ort zu konfrontieren und die Lage in Südbrandenburg weiter in die Öffentlichkeit zu tragen. "Die Landtagsabgeordnete Iris Schülzke ist eine der wenigen Politiker, die die Bedeutung des Waldsystems voll erkannt haben und dahinter stehen. Das hat nicht nur damit zu tun, dass sie selbst betroffen ist", sagt Katrin Dehmel.

Die Initiative "Rettet unseren Wald" wird vom Vorstand der FBG angeführt und erhält stärkenden Rückhalt vom Waldbesitzerverband Brandenburg. Es soll nicht nur bei dieser einen Veranstaltung bleiben, heißt es. Wer sich noch anschließen möchte, kann die Forstbetriebsgemeinschaft kontaktieren, so Dehmel.