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| 19:15 Uhr

LR vor Ort
Waldbad-Verein bringt Crinitz in Schwung

Eine super Saison kann das Waldbad Crinitz mit seiner neuen Führungsmannschaft im Bad-Verein bisher verbuchen. Im Bild Vereinsvorsitzender Harald Stolley mit Vorstandsmitglied Udo Hill und den Dauergästen Ulla und Günter Metzger (vorn).
Eine super Saison kann das Waldbad Crinitz mit seiner neuen Führungsmannschaft im Bad-Verein bisher verbuchen. Im Bild Vereinsvorsitzender Harald Stolley mit Vorstandsmitglied Udo Hill und den Dauergästen Ulla und Günter Metzger (vorn). FOTO: LR / Gabi Böttcher
Crinitz. Die Töpfergemeinde Crinitz ist ein Ort am Rande des Elbe-Elster-Kreises. Ein Nachteil? Oder bieten sich gar diverse Vorteile und wie werden diese genutzt? Die RUNDSCHAU lädt am 16. August zum Gedankenaustausch ein.

Wenn im gut 1200 Einwohner zählenden Dorf jedes Jahr im Frühjahr einer der ersten Töpfermärkte in Brandenburg stattfindet, dann macht sich das schöne Gefühl von großer touristischer Bedeutsamkeit breit. Zu Tausenden zieht es Gäste aus Nah und Fern in die Gemeinde. Seit dem Markt am 7. und 8. April dieses Jahres trägt der Ort an seinen Eingangsschildern den Zusatz „Töpfergemeinde“.

Wo liegen die Potenziale, wie kann Crinitz als Ort im Elbe-Elster-Kreis – nur ein paar Steinwürfe entfernt von den Landkreisen Dahme-Spreewald und Oberspreewald-Lausitz – neben der magischen Anziehungskraft, die seit mehr als zwei Jahrzehnten vom Töpfermarkt ausgeht – seine Attraktivität für Gäste und damit zugleich für Einheimische erhöhen? Oder ist das eigentlich gar nicht notwendig, weil es auch ohne Gäste ganz gut läuft im Ort? Schließlich gibt es hier vom Einkaufsmarkt über die ärztliche Versorgung, die Schule bis hin zum Friseur und den ansässigen Unternehmen viel Grund zufrieden zu sein.

Ein klares Signal an Besucher auch über Landkreisgrenzen hinweg geht vom Crinitzer Waldbad-Verein aus. Für ihn ist es von großer wirtschaftlicher Bedeutung, wie viele Schwimmer und Camper sowie andere Nutzer des Geländes angelockt werden können. Seit der Neuorganisation des Vereins mit neuem Vorstand unter der Leitung von Harald Stolley im vorigen Sommer gibt es eine Aufbruchstimmung. „Die ist nicht nur im Verein zu spüren. Sie strahlt ins Dorf hinein aus“, wertet Harald Stolley die Entwicklung in den zurückliegenden Monaten. Es mag dabei das gute Gefühl mitspielen, dass die Akteure im Sommer vorigen Jahres eine für das Bad äußerst brenzlige Situation gemeistert haben. Denn der wegen dessen Bauweise geltende Bestandsschutz für das Bad hätte mit einer Auflösung des Vereins wegen des Rücktrittes von Vorstandsmitgliedern und Vereinsaustritten das Aus für das Bad bedeuten können.

Nicht nur für die jahrelangen Dauerkartenbesitzer Ulla und Günter Metzger, die gegenwärtig jeden Tag ins Bad kommen, um ihre Bahnen zu schwimmen, wäre das ein herber Verlust gewesen. Sie beobachten, dass es die vielen von auswärts kommenden Gäste sind, die eine Weiterexistenz des Crinitzer Kleinodes unterstützen. In dieser Saison – natürlich begünstigt durch das lang anhaltende Badewetter – werden die Einnahmen weit über denen des Vorjahres liegen.

Harald Stolley kann das nur freuen, denn die Kosten, den Badebetrieb aufrecht zu erhalten, müssen erst einmal erwirtschaftet werden. Erst dieser Tage sind 500 Euro für Zusätze gegen die Algenbildung ausgegeben worden. „3000 Euro kostet allein die Chemie“, sagt der Vereinsvorsitzende. Für den kleinen Campingplatz wäre eine Satellitenanlage von Vorteil. Denn es habe schon potenzielle Gäste gegeben, die das Fehlen einer solchen Anlage zur Abreise veranlasst hatte.

Mit offenen Armen empfängt der Verein auch solche Nutzer des Bades wie den Judoverein „IPPON“ Kirchhain / Finsterwalde, der sein Sommerlager traditionell im Bad durchführt. Für Familienfeiern ist das Gelände ebenso interessant, wie für Veranstalter eigener Feste. So werde der Hundeverein „Flinke Pfoten Crinitz“ in diesem Jahr zum dritten Mal am Ende der Badesaison zum Hunde-Badetag einladen und daraus ein Fest für Familien machen. „Wenn am Abend die Lichterkette im Bad angeht, dann verbreitet sich eine Atmosphäre, die Gänsehaut auslöst“, zeigt sich Harald Stolley begeistert vom Areal. Dieses für ein Fest in der Adventszeit zu nutzen, ist eine von vielen Ideen, die derzeit im Verein besprochen werden. Und immer will man dabei für Gäste über die Dorfgrenzen hinaus offen sein. Dass auf den Verein nun auch die Übernahme der kleinen Gaststätte im Bad zukommen könnte, stellt sich als eine erneute Herausforderung dar. Mit der Art und Weise, wie der Verein um seinen Vorstand (Harald Stolley, Viktor Scholz, Udo Hill, Detlef Milas, Ina Stoppe, Marlen Fröschke) die Herausforderungen anpackt, könnte er tatsächlich für neuen Schwung in Crinitz sorgen. Dass der Ort von seiner Vergangenheit und Gegenwart als Töpfergemeinde auch in der Zukunft profitieren möchte, scheint breiter Konsens in der Gemeinde. Auch hier sind Ideen gefragt.

LR vor Ort 4c
LR vor Ort 4c FOTO: LR
(gb)