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| 17:25 Uhr

Finsterwalde
Wählergruppe und Fraktion in der Zerreißprobe?

Finsterwalde. Vereinschef Günter Adam sieht Mehrheit für Abbruch der Stadthallen-Planung. Fraktions-Vize Marlies Homagk für Faktencheck. Von Gabi Böttcher

Die Ausführungsplanung für die Finsterwalder Stadthalle soll bis Ende dieses Jahres auf dem Tisch liegen und für die Stadtverordneten als eine Grundlage für weitere Entscheidungen dienen. Für die Wählergruppe „Bürger für Finsterwalde“ (BfF) bahnt sich schon jetzt eine echte Zerreißprobe an. Während sie Anfang September ihr Mitglied und zugleich den Vorsitzenden der BfF-Fraktion in der Finsterwalder Stadtverordnetenversammlung, Ronny Zierenberg, verloren hatte, stehen nun weitere grundsätzliche Auseinandersetzungen ins Haus. Während die Fraktion unter ihrem neu gewählten Vorsitzenden Rainer Böhmchen die Ergebnisse der Ausführungsplanung abwarten und bewerten möchte, geht die Mehrheit der gegenwärtig knapp 20 Mitglieder zählenden Wählergruppe offenbar mit den Argumenten des ausgeschiedenen Ronny Zierenberg konform, der einen sofortigen Abbruch der Planungen gefordert hatte. Der Vereinsvorsitzende der Bürger für Finsterwalde, Günter Adam, verdeutlicht, dass sich „einzig die Mitglieder der Fraktion der BfF für ein ,Weiter’ ausgesprochen haben“. Er schreibt in einer Pressemitteilung weiter: „Wir Mitglieder sehen die Entwicklung kritischer als die Fraktion und können bei den vorliegenden Zahlen einer Fortführung nicht zustimmen. Wir wissen, dass es fast eine Verdopplung der Baukosten gab und, wie von der Stadt mitgeteilt, darin noch keine Reserven für weitere Kostensteigerungen enthalten sind.“ Der kurze Zeitraum zwischen den Sitzungen mit den Fraktionsspitzen habe zudem eine Zusammenkunft der kompletten Wählergruppe nicht möglich gemacht. Günter Adam ist sich trotzdem sicher, dass „das Votum der Mitglieder eindeutig gegen die nun getroffene Entscheidung ausgefallen wäre“. Er bezieht sich dabei auch auf eine aktuelle Umfrage unter den Mitgliedern.

In Günter Adams Kritik stehen außerdem die zu diesem wichtigen Thema nur sehr spärlichen Informationen zum aktuellen Stand. Auch wenn seine Aussage „Wir spielen mit Millionen“ vielleicht nicht den Gepflogenheiten entspreche, so fehle es ihm schon an Verständnis dafür, wie man eine seriöse Planung vornehmen könne, „ohne dass aktuelle Jahresabschlüsse der Stadt vorliegen“. In der kommenden Woche findet sich die Wählergruppe „Bürger für Finsterwalde“ erneut zusammen. Im Übrigen hoffe er nicht, dass der Verein, der schon so manche schwierige Situation gemeistert habe, am Thema Stadthalle auseinanderfallen werde.

Darauf baut auch die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Marlies Homagk, zumal man sich in der jüngsten Vereinssitzung darüber verständigt habe, weiter zusammenzustehen. Von einer Zerreißprobe möchte sie deshalb auch nicht sprechen und das Thema nicht „aufgeplustert“ wissen. Das Ergebnis der aktuellen Meinungsumfrage unter den Mitgliedern sei ihr noch nicht bekannt. Vielmehr steht die für ihre sachlich fundierte Arbeit in der Stadtverordnetenversammlung bekannte Abgeordnete zur einvernehmlichen Entscheidung der Fraktion, die Ergebnisse der Ausführungsplanung abzuwarten. „Es ist noch nichts beschlossen. Und auf Spekulationen möchte ich mich nicht einlassen. Wie es weitergeht, werden wir sehen.“