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Wachablösung im Frauen-Handball

Nancy Burghardt (Nr. 18) hat in Doberlug-Kirchhain das Handball-Abc gelernt. Im Trikot des TSV zeigte sie kein Erbarmen.
Nancy Burghardt (Nr. 18) hat in Doberlug-Kirchhain das Handball-Abc gelernt. Im Trikot des TSV zeigte sie kein Erbarmen. FOTO: Dietmar Seidel/dse1
Doberlug-Kirchhain. Mit dem TSV Germania Massen empfingen die Frauen des Brandenburgliga-Schlusslichts VfB Doberlug-Kirchhain den Tabellensiebenten. Von beiden Seiten wurde dieses Prestigederby mit viel Spannung erwartet. Welche Bedeutung die Begegnung hatte, sah man auch an der Zuschauerzahl. 320 Handballfans wollten sich die Partie nicht entgehen lassen. Matthias Belig

Die VfB-Frauen wollten sich auf der einen Seite für die herbe 17:34-Niederlage aus dem Hinspiel revanchieren. Auf der anderen Seite ging es bei den Gästen wohl um mehr. Die TSV-Spielerinnen übernahmen sofort die Initiative und wollten nichts anbrennen lassen. Sie gingen über die Stationen 2:0, 3:1 und 4:2 in Führung. Man sah deutlich, dass es für sie um mehr als den Erfolg ging. Für die Massenerinnen war es auch eine Prestigefrage. Jahrelang mussten sie tatenlos die Überlegenheit der Spielerinnen aus Doberlug-Kirchhain ertragen. Doch mit dem Aufstieg in die Brandenburgliga zogen sie mit den VfB-Spielerinnen gleich und hatten jetzt gar die Gelegenheit, endgültig an ihnen vorbei zu ziehen.

Die Gastgeberinnen kamen ab der 10. Minute besser ins Spiel. Sie zogen beim 4:4 gleich und gingen sogar mit 6:4 in Führung. Auf Germanenseite herrschte blankes Entsetzen. Darauf waren die Frauen nicht eingestellt. Für sie zählte vor dem Match nur die Höhe des Erfolges.

Die Gastgeberinnen wuchsen in dieser Phase über sich hinaus. Unglücklicherweise ließen sie aber einige Chancen ungenutzt, sodass die TSV-Spielerinnen wieder zurück ins Spiel fanden. Ab der 15. Minute war es ein Spiel auf Augenhöhe, das die vielen Zuschauer so richtig mitriss. Mit einem 10:10 ging es in die Pause.

Die Anfangsphase der zweiten Hälfte gehörte erneut dem TSV, der mit 14:10 in Führung ging. Doch erneut kämpften sich die VfB-Spielerinnen zurück in die Begegnung und kamen auf 13:14 heran. Aber plötzlich ging bei ihnen überhaupt nichts mehr. War es in der ersten Hälfte noch Christina Unsinn, die Verantwortung im Aufbau übernahm, so tauchte auch sie in der zweiten Halbzeit völlig unter.

Sicherlich spielte der große Altersunterschied beider Vertretungen eine Rolle, doch das zählte am Ende nicht. Ab der 40. Minute zogen die Germania-Frauen davon und gewannen am Ende auch in dieser Höhe verdient mit 26:16. Ihre beste Spielerin war mit Nancy Burghardt (11 Tore) eine Spielerin, die in Doberlug-Kirchhain das Handball-Abc gelernt hat und sich in diesem Spiel wohl ihren Frust vergangener Tage von der Seele spielen wollte.

Ob es eine dauerhafte Wachablösung ist, wird sich erst im kommenden Jahr zeigen, denn dann soll sich auf VfB-Seite einiges ändern.