Von Jenny Theiler

Trotz winterlicher Temperaturen herrschte am Samstag im Crinitzer Waldbad reger Betrieb. Viele Crinitzer haben den freien Tag genutzt, um das Sport- und Begegnungszentrum Crinitz bei den Vorbereitungen auf die kommende Badesaison zu unterstützen. „Wir haben in jedem Jahr viel zu tun und ohne die Unterstützung der Gemeinde würden wird das überhaupt nicht stemmen können“, lobt Vereinsvorsitzender Harald Stolley die fleißigen Helfer. Der Verein finanziert sich zu einem großen Teil durch Spenden und diese sind notwendig, denn das Freibad zu unterhalten, ist für den Verein in jedem Jahr eine finanzielle Herausforderung.

„Eigentlich sind Freibäder wie unser Waldbad mittlerweile verboten“, sagt Harald Stolley. Aufgrund der aktuellen Sicherheitsbestimmungen dürfen Freibäder wegen der Rutschgefahr keine abgesenkten Einstiege mehr haben, sondern müssen an allen Stellen des Beckens senkrecht sein. Solange der Verein jedoch existiert, darf das Waldbad auch weiterhin bestehen bleiben. Das ist durch die Bestandsschutzregelung festgelegt. „Es gibt so unglaublich viele Regelungen, die wir beachten müssen. Wenn wir auch nur eine übersehen, kann das für das Waldbad schon ernste Konsequenzen haben“, sagt Harald Stolley.

Damit es nicht soweit kommt, helfen die Crinitzer beim Saubermachen, Erneuern und Reparieren. „Die Signalfarbe an den Stützpfeilern und Treppenstufen muss erneuert, Löcher im Boden ausgebessert werden. Das Schutzblech an der Rutsche müssen wir in jedem Jahr neu verschrauben und dann kommen natürlich noch die vielen Aufräumarbeiten dazu“, zählt der Vereinsvorsitzende auf.

Das Chlor im Wasser greift die Zementmischung stark an und zersetzt im Laufe der Saison sogar die Schrauben an der Rutsche. Das Zusammenspiel vom Ton in der Erde, dem Wasser und den wechselnden Außentemperaturen sorgt dafür, dass der Zementboden an einigen Stellen aufplatzt. Deswegen sollte ungefähr alle zehn Jahre ein neuer Boden gegossen werden. „Eigentlich müssten wir das bald mal wieder machen, aber dafür hat der Verein zur Zeit kein Geld“, sagt Harald Stolley.

Um alle rechtlichen, hygienischen und technischen Anforderungen bestehen zu können, muss der Verein viel Geld ausgeben. Allein der Arbeitseinsatz am Samstag kostet den Verein rund 4000 Euro. „Im vergangenen Jahr war es sogar noch mehr, weil wir die Wasserpumpe erneuern mussten“, erinnert sich Harald Stolley.

Erneuert wird auch in diesem Jahr so einiges. „Wir wollen den Wohnmobil-Bereich vergrößern und wir haben auf Nachfrage vieler Gäste jetzt eine Satellitenschüssel auf dem Campingplatz“, sagt Harald Stolley. Zudem ist eine Ladestation für E-Bikes in Planung. Die Waldbad-Gaststätte hat einen neuen Betreiber und wird jetzt von Christian Wegewitz von Spreewald-Events geführt. Der Verein bemüht sich auch, den Kindern Abwechslung zu bieten und hat neue Spielgeräte angeschafft. „Außerdem haben wir jetzt Schwimm-Matten. Die liegen auf dem Wasser und die Kinder können dann darüber balancieren“, ergänzt Marlen Fröschke. Damit der Ablauf im Waldbad auch in der kommenden Saison gefahrenlos bleibt, sucht der Verein noch einen zusätzlichen Rettungsschwimmer. Benötigt wird dafür lediglich das Schwimmabzeichen in Silber.

Für Beschäftigung außerhalb des Wassers sorgt das neue Spielmobil. „Das ist ein Hänger fürs Auto, der mit ganz vielen Spielgeräten ausgestattet ist. Sogar eine Riesenhüpfburg ist dabei“, sagt Harald Stolley. Der Hänger kann für 95 Euro pro Tag gemietet werden.

Im Laufe des Vormittags kommen immer mehr Helfer vorbei. Knapp 20 Crinitzer zwischen zehn und 80 Jahren harken, fegen und pinseln unermüdlich und hoch motivert. Angesichts der niedrigen Temperaturen und des freien Samstags sei das keine Selbstverständlichkeit, findet Harald Stolley. „Bei so viel Einsatz kann man auch erkennen, welchen Stellenwert dieses Bad für die Gemeinde hat“, betont er. Der Verein setzt sich für die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens, der öffentlichen Gesundheitspflege und den Sport ein. Doch die Vereinsarbeit bewirkt noch viel mehr. „Das Waldbad hält über die Badefunktion hinaus die gesamte Gemeinde zusammen. Weil es den Crinitzern so wichtig ist, sind wir zu diesem tollen Team zusammengewachsen“, betont Harald Stolley. Dem kann Rettungsschwimmerin Marlen Fröschke nur beipflichten: „Wir hängen uns richtig rein und hoffen, dass es mit dem Bad immer weitergeht.“