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Vor 70 Jahren wurde der "Verlorene Transport" befreit

Martin Bennis, freier Architekt aus Berlin, hat die neuen Stelen für den "Verlorenen Transport" entworfen.
Martin Bennis, freier Architekt aus Berlin, hat die neuen Stelen für den "Verlorenen Transport" entworfen. FOTO: Heike Lehmann
Tröbitz. Am 23. April jährt sich zum 70. Mal die Befreiung von jüdischen Häftlingen aus zwölf Nationen, deren Irrfahrt durch Deutschland als "Verlorener Transport" in die Geschichte eingegangen ist. leh

13 Tage war der Zug mit 2500 jüdischen Häftlingen unterwegs. Er gehörte zum dritten Räumungstransport aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen und sollte die Häftlinge ins KZ Theresienstadt bringen. Bevor er am 23. April in Tröbitz endgültig zum Stehen kam und die Insassen von der Roten Armee befreit wurden, passierte er Schipkau, Finsterwalde, Doberlug-Kirchhain und Tröbitz, erreichte Langennaundorf und rollte schließlich zurück nach Tröbitz. Mehr als 550 Menschen haben die Fahrt nicht überlebt. Viele Tröbitzer haben den ausgemergelten Menschen geholfen, ihnen ein Dach über dem Kopf geboten und Essen mit ihnen geteilt. Dennoch fanden noch einmal Hunderte Menschen infolge von Schwäche und Krankheit den Tod, darunter auch Tröbitzer.

Das Amt Elsterland, die Gemeinde Tröbitz und die Stadt Uebigau-Wahrenbrück würdigen genau 70 Jahre später diesen Tag mit mehreren Veranstaltungen.

Gestartet wird um 10 Uhr an der Kirche in Langennaundorf. 10.30 Uhr schließt sich die Kranzniederlegung am dortigen Denkmal an. Nach der offiziellen Gedenkveranstaltung im Seminarhaus der Familie Tulowietzki - nur für geladene Gäste - folgen um 14 Uhr Ansprachen und Kranzniederlegung an der VVN-Gedenkstätte in Tröbitz.

Höhepunkt ist in diesem Jahr um 14.30 Uhr die Übergabe der neuen Stelen vor dem Jüdischen Friedhof. Die Open-Air-Ausstellung fasst die Geschichte des "Verlorenen Transports" auch mit neuen Fakten zusammen. Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, führt durch die Ausstellung. Um 15 Uhr folgt das Gedenken am Jüdischen Ehrenfriedhof in Tröbitz.