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Von Tokio nach Wien – über Eckerts Pension

Simone Eckert kümmert sich um die Pension - und nimmt die Gäste in die Familie auf.
Simone Eckert kümmert sich um die Pension - und nimmt die Gäste in die Familie auf. FOTO: Babbe
Sonnewalde. Elbe-Elster ist Radreiseregion, weil es hier viele Ecken zum Entdecken gibt. Hier sind keine großen "Bettenburgen" zu finden, dafür zahlreiche kleine Pensionen und Herbergen, die liebevoll eingerichtet sind und familiär geführt werden. Ihre Vielfalt ist kaum bekannt. Die RUNDSCHAU stellt in den Sommermonaten genau diese Kleinode vor. Dieter Babbe

Von Tokio nach Wien über Sonnewalde. Hier machte der junge Japaner bei seiner Weltreise mit dem Fahrrad Station. Der unternehmungslustige Student hatte sich vom Marktplatz aus durchgefragt. Er ist nicht der einzige Exot, der die Pension "Sunwood" für sich entdeckt hat.

Von China bis nach Frankreich waren zwei junge Franzosen ebenfalls mit ihren Drahteseln zu einer Weltreise unterwegs. Bei Simone und Axel Eckert hat es den beiden Brüdern so gut gefallen, dass sie per Internet weiter in Kontakt mit ihnen sind.

Auch zwei Motorradfahrern, die mit ihrer Harley von Schweden aus nach Kroatien aufgebrochen waren, hat gefallen, dass man in Eckerts Pension mit der Familie lebt.

In dem über 40 Meter langen Gebäude in der Siedlung, das ganz früher mal ein Schafstall und später der "Sitz der Kolchose" war, wie Axel scherzhaft zur LPG sagt, befinden sich die beiden Ferienwohnungen und das Gästezimmer mit Eckerts privaten Räumen Tür an Tür - die meist alle einladend offen stehen. Auch der schöne Garten mit dem Swimmingpool und dem Spielplatz nach hinten raus wird von allen genutzt. An lauen Sommerabenden sitzen Eckerts mit ihren Gästen am Lagerfeuer - und wenn von denen jemand ein Instrument spielen kann, dann holt Axel gern mal seine Gitarre hervor, und man musiziert gemeinsam. Und sind Kinder darunter, holt Luzi, wie sich Simone Eckert auf der Bühne nennt, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann seit Jahren auftritt, schon mal ihre Handpuppen vor und spielt mit den Steppkes.

"Für uns stand die Frage: Was machen wir mit dem Haus, das für uns allein viel zu groß ist", berichtet Simone Eckert. Nachdem die Idee von einer Arztpraxis gescheitert war, richtete man vor fünf Jahren die Pension ein. "Anfangs lief es etwas schleppend, doch jetzt sind wir oft ausgebucht - wie gegenwärtig wieder", freut sich Simone Eckert. Durchreisende klingeln an der Tür, auch Monteure, die in den Unternehmen der Region zeitweise arbeiten, im Herbst und Winter kommen noch die Jäger hinzu, die aus ganz Deutschland anreisen, um in den Wäldern rund um Sonnewalde auf Pirsch zu gehen. "Gegenwärtig wohnt auch eine in Not geratene Familie bei uns, ihr Haus ist abgebrannt", berichtet Simone Eckert.

Und weil die Herberge "Sunwood" so gut angenommen wird, will Axel Eckert, für den das Gebäude mit dem Tonstudio auch Arbeitsstelle ist, die Pension noch vergrößern. Es sollen ein weiteres Zimmer und ein zusätzlicher Sanitärbereich entstehen. "Jetzt zum Sängerfest hätte unsere Pension noch mal so groß sein können", sagen die beiden Eckerts.