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Von Gurkentopf bis Sammeltasse

Museumsleiter Dr. Andreas Hanslok während der Eröffnung.
Museumsleiter Dr. Andreas Hanslok während der Eröffnung. FOTO: C. Hoffmann
Doberlug-Kirchhain. Am Dienstagabend wurde im Beisein vieler interessierter Besucher eine neue Sonderausstellung im Weißgerbermuseum eröffnet. Gezeigt wird noch bis zum 31. Dezember Praktisches, Schönes und Kurioses – von Gurkentopf bis Sammeltasse. pm/leh

Zu einer der zentralen Aufgaben des in Europa einzigartigen Weißgerbermuseums gehört das Sammeln, Bewahren und Ausstellen von Objekten aus der Arbeits- und Alltagswelt der Gerber. Vor allem durch die überlieferten Gebrauchsgegenstände der Vergangenheit lassen sich subjektive historische Lebenszusammenhänge dieser in Kirchhain besonders dominanten Bevölkerungsgruppe anschaulich dokumentieren. Sie berichten über die unterschiedlichsten Moden, sich wandelnde Konsumgewohnheiten, das gesellschaftliche Milieu und den Zeitgeist. Viele typische Referenzobjekte, vornehmlich Haushaltsgegenstände, werden gezeigt, geordnet nach den Materialgruppen Holz, Zinn, Messing, Ton, Porzellan, Glas und Emaille.

So fallen dem Besucher neben einigen robusten Beispielen der heimischen Böttcherkunst, wie Bierfässern und Hohlmaßen, Alltagsgegenstände aus Zinn, wie Kannen, Teller und Kerzenleuchter, filigran bearbeitete Messingwaren, wie Mörser, Dosen und Etuis ins Auge. Aber auch Tongefäße, die bei der Speisenzubereitung sowie zum Aufbewahren und Transportieren von Nahrungsmitteln dienten, wie Schalen, Krüge und Töpfe, ebenso das sogenannte "Weiße Gold", Porzellangeschirr, das nur zu besonderen Anlässen benutzt werden durfte und auf dessen Unversehrtheit die Hausfrauen peinlich achteten, geben heute Auskunft über die einstige Esskultur. Nicht fehlen darf das künstlerisch gestaltete und das eher funktional gehaltene Gebrauchsglas. Die Palette der ausgestellten Objekte reicht vom Bierseidel über Pokale, Flaschen, Vasen, Einweckgläser und Lampenschirme bis zum Nachttopf. Als bekannteste Verbindung von Glas und Metall gilt die Emaille, die zum Beispiel in Gestalt von Töpfen, Eimern und Schüsseln in der Sonderausstellung präsent ist.

Die Exposition "Von Gurkentopf bis Sammeltasse" gibt einen Einblick in die Sozialgeschichte der Handwerker und einen Überblick über die Werkstoffe, die veredelt und weiterverarbeitet früher das Leben der Menschen erleichtert und verschönert haben.