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| 01:10 Uhr

Von ganz laut bis ganz leise

Finsterwalde.. Mit Viva la Fiwa fand am Wochenende in der Sängerstadt ein Open-Air-Festival der besonderen Art statt. Von Jugendlichen für Jugendliche organisiert, konnten laut Veranstalter rund 1 500 Leute in die Bürgerheide gelockt werden. Das trübe Wetter mit vereinzelten Schauern hat die Stimmung nicht gekippt – es wurde sowohl Freitag als auch Samstag bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Von Martin Eiser

Los ging es am Freitag um 17 Uhr sportlich mit dem LBS-Cup. 43 Teams, aufgeteilt in zwei Altersklassen, kämpften im Straßenfußball-Turnier um die ersten Plätze, denn nur die besten fünf dürfen zum Finale nach Cottbus fahren. Den ersten Platz belegte das Team „Fanta 5“ aus Sonnewalde.
Während man auf der einen Seite fleißig kickte, wurde inzwischen die Veranstaltung offiziell eröffnet und kurz darauf begann „Antonov“ , die erste von 15 Bands, mit ihrem Auftritt. Höhepunkt des Abends waren vermutlich „my Balloon“ – die zwar Mühe hatten, die frierende Menge zum Kochen zu bringen, aber dennoch ein großes Publikum an der Bühne scharen konnten. Für wen die Beine dann zu schwer und die Musik zu laut wurde gab es einen so genannten „Ort der Stille“ , unter Jugendlichen auch „Chill-out-Area“ genannt. Hier konnte man für ein paar Minuten oder auch Stunden ausspannen, um danach fröhlich weiter zu rocken.
Am Samstag begann man zur christlichen Zeit von 14 Uhr mit Frühsport, mit Joggen und Skaten. Verschiedene Workshops waren ebenfalls im Angebot. Wildfremde Menschen versuchten gemeinsam ein wenig das Jonglieren, Trommeln oder auch Schauspielern zu lernen. Nebenher gab es Riesenmikado, Riesen-Vier-gewinnt, ein Bungee-Trampolin und ein reichhaltiges Sportangebot sowie einige Infostände und Diskussionsrunden. Zum Sport gehört auch die drei Meter hohe Halfpipe, auf der Profis mit Inline-Skates runter und wieder rauf rauschten. Die Tricks Einiger versetzten dabei das Publikum in großes Staunen.
Erstaunt waren übrigens auch die Veranstalter selbst. 100 freiwillige Helfer haben sich trotz Ferien für den reibungslosen Ablauf eingefunden. Ebenso wichtige finanzielle Unterstützung gab es trotz der allgemein schwierigen Lage vor allem von der Stadt Finsterwalde und dem kreislichen Jugendamt Elbe-Elster. Aber auch andere Sponsoren sorgten natürlich dafür, dass viele Jugendliche dieses Wochenende nicht so schnell vergessen werden. Leute die sich vorher nie gesehen hatten, tanzten, saßen, tranken und redeten miteinander, Leute auch aus völlig verschiedenen Gruppierungen. Mitorganisator Detlef Krüger empfand diese Harmonie als etwas ganz besonderes: „Hier sind z. B. Punks, da sind die Leute von Bypass und insgesamt ist alles ein bunter Haufen. Alle sind friedlich und haben Spaß. Für mich ist es das Größte, dass das so gut klappt.“
Klappen wird das hoffentlich auch in zwei Jahren wieder und wenn die Zustimmung bei Helfern und Sponsoren wieder genauso gut ist, so viel konnte man den Verantwortlichen entlocken, steht dem wohl auch nichts im Weg.