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| 13:02 Uhr

Rückschau und Ausblick im Amt Elsterland
Von der Rettung einer Eule bis zum Millionenprojekt

 Amtsdirektor Andreas Dommaschk bedankt sich bei Jannik und Frans Fornoville, Adel Arnouq sowie Elisabeth und Charlotte Kugler (v.l.)  für die musikalische Umrahmung des Neujahrsempfangs.
Amtsdirektor Andreas Dommaschk bedankt sich bei Jannik und Frans Fornoville, Adel Arnouq sowie Elisabeth und Charlotte Kugler (v.l.) für die musikalische Umrahmung des Neujahrsempfangs. FOTO: Heike Lehmann
Beim Neujahrsempfang in Tröbitz blickt Amtsdirektor Dommaschk auf 2018 und stellt fest: „Wir haben viel Geld bewegt“. Von Heike Lehmann

Das Amt Elsterland steht 2019 vor großen Herausforderungen. Das machte Amtsdirektor Andreas Dommaschk am Donnerstag beim traditionellen Neujahrsempfang im Stammhaus der Familie Tulowietzki deutlich. Die Grundschule Rückersdorf, einzige staatliche Schule in Trägerschaft des Amtes, braucht im Innern eine Komplettsanierung bis hin zum Einbau eines Aufzugs. Eine Riesenaufgabe, die nach jetzigem Kenntnisstand 2,5 Millionen Euro verschlingen wird. Die Eigenmittel dafür sind eingeplant. Zweiter großer Brocken, zu dem sich der Amtsausschuss nach langer Diskussion durchgerungen hat, ist die Anschaffung eines neuen Tanklöschfahrzeugs – ohne Fördermittel. Es soll in Schönborn stationiert werden und wird 350 000 Euro kosten.

Der Einladung nach Tröbitz waren viele Vertreter des öffentlichen Lebens gefolgt, unter ihnen mit Diana Bader (Linke) und Iris Schülzke zwei Landtagsabgeordnete. Auch Landrat Christian Heinrich-Jaschinski kehrt immer gern zu seinen Wurzeln zurück, nutzte den Abend für ein Grußwort. Der Finsterwalder Bürgermeister Jörg Gampe besuchte ebenso seine einstige Wirkungsstätte. Er war im Amt Elsterland einst Bauamtsleiter und auch Verwaltungschef. Vereinsvertreter, Firmenchefs und kommunale Partner des Amtes nutzten den Empfang für einen ersten Gedankenaustausch im neuen Jahr. Der lief erstmals allein in Regie des Amtes, aber mit Unterstützung der Gemeinde Tröbitz. Andreas Dommaschk erklärte den Hintergrund: „Das ist eine Entscheidung, damit die Gemeinde finanziell ein bisschen Luft holen kann in Bezug auf das Erlebnisbad.“ Der ehrenamtliche Bürgermeister von Tröbitz, Holger Gantke, erklärte denn auch: „Wir kämpfen weiter – um Geld.“

 Der Neujahrsempfang vom Amt Elsterland mit Unterstützung der Gemeinde Tröbitz findet traditionell im Stammhaus der Familie Tulowietzki statt. Auch Landrat Christian Heinrich-Jaschinski richtete ein Grußwort an die Gäste.
Der Neujahrsempfang vom Amt Elsterland mit Unterstützung der Gemeinde Tröbitz findet traditionell im Stammhaus der Familie Tulowietzki statt. Auch Landrat Christian Heinrich-Jaschinski richtete ein Grußwort an die Gäste. FOTO: Heike Lehmann

Für den musikalischen Teil des Abends sorgten Jannik und Frans Fornoville, Adel Arnouq sowie Elisabeth und Charlotte Kugler. Angeleitet wurden sie vom Musikpädagogen Uwe Krause.

 Andreas Dommaschk, Amtsdirektor Elsterland, bei seiner Neujahrsansprache.
Andreas Dommaschk, Amtsdirektor Elsterland, bei seiner Neujahrsansprache. FOTO: Heike Lehmann

Nach einem Schlenker auf die Landespolitik mit der aktuellen Diskussion um Straßenausbaubeiträge fasste Dommaschk das zurückliegende Jahr zusammen. „Wir haben viel Geld bewegt und viele unserer etwa 310 Gewerbetreibenden haben davon profitiert“, stellte er fest. In Schilda werden Wohnungen saniert. In Drößig bekommt die Kita einen Anbau für 140 000 Euro. In Tröbitz wurden für 100 000 Euro aus dem Fonds für hoch verschuldete Kommunen Pumpen im Erlebnisbad und Straßenbeleuchtungen energetisch auf neuesten Stand gebracht. Das Gemeindehaus wird abgerissen. Ein neuer Multicar für 40 000 Euro musste nach Diebstahl des alten angeschafft werden.

„In Rückersdorf ist sehr viel passiert, trotz nicht genehmigten Haushalts“, so der Verwaltungschef. Auch gab es Förderung über den Fonds für hoch verschuldete Kommunen. Mehrere Bushaltestellen wurden barrierefrei umgebaut – hier habe der Landkreis Elbe-Elster mit 110 000 Euro entscheidend geholfen. Die Straßenbeleuchtung in fast allen drei Ortsteilen ist auf LED umgestellt. An Stelle der alten Kita entstand ein schöner Spielplatz. Unvorstellbar schnell – in nur sechs Wochen – habe das Land Brandenburg für 700 000 Euro die Ortsdurchfahrt Oppelhain erneuert. Die Gemeinde reparierte in dem Zuge Gehwege. 500 000 Euro sind in die Kita Schönborn geflossen. Die wurde erweitert und im Sanitärbereich saniert. 1,6 Millionen Euro sind in den letzten Abschnitt der Ortsdurchfahrt Schönborn geflossen – der Ausbau der Landesstraße lief in Regie des Amtes. „Sonst wären wir noch nicht so weit“, so Dommaschk. Die Gemeinde war mit 240 000 Euro für Gehwege beteiligt. Künftiges Projekt in Schönborn wird die Erschließung eines neuen Wohngebietes für Bauwillige. Das Bauamt der Amtsverwaltung habe 2018 insgesamt 29 Bauanträge bearbeitet und etwa 100 Bauaufträge erteilt, so der Verwaltungschef, der all seinen fleißigen Mitarbeitern dankte.

Auch die freiwilligen Feuerwehren haben ein ereignisreiches Jahr hinter sich. Insgesamt wurden 119 Einsätze gefahren, davon 45 Brände, 26 technische und 45 allgemeine Hilfeleistungen. „Kuriosester Einsatz war wohl die Rettung einer Eule aus einer Betonsäule. Das Tier wurde der Greifvogelstation in Oppelhain übergeben“, berichtete Dommaschk. Insgesamt gibt es im Amtsbereich derzeit 281 aktive Einsatzkräfte. 71 Kinder und Jugendliche lernen in den Jugendwehren erste Handgriffe und 231 Kameraden gehören zu den Alters- und Ehrenabteilungen.