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| 02:36 Uhr

Viel Lob für einen Schlagfertigen

Kunstpreisträger Lars Weber spielt auf dem Marimbaphone.
Kunstpreisträger Lars Weber spielt auf dem Marimbaphone. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Es hat wohl bisher kein Kulturpreisträger am Abend der Preisverleihung noch so hart arbeiten müssen wie am Freitag Lars Weber. Der Musikpädagoge ist mit dem Kunstpreis des Landkreises Elbe-Elster geehrt worden. Und er hat mit seinen "Weberknechten" den Abend musikalisch eröffnet. Heike Lehmann

Als Laudator Thomas Prager, Leiter der Kreismusikschule Gebrüder Graun, den Namen des diesjährigen Kunstpreisträgers bekannt gab, gab es spontanen Beifall vom Publikum im Saal des Refektoriums am Schloss Doberlug. Bei der 18. Kulturpreisverleihung vom Landkreis Elbe-Elster hat die Jury also offenbar goldrichtig gelegen. Prager untermauerte die Entscheidung mit ein paar Zahlen: Schlagzeuglehrer Lars Weber hat bislang mehr als 100 Schüler zum Regionalausscheid "Jugend musiziert" geschickt, 80 seiner Schüler schafften es zum Landeswettbewerb und holten dort vordere Plätze. 55 Schüler starteten beim Bundeswettbewerb. 2015 holte Lars Weber mit seinen Schützlingen dort erstmals in der Musikschulgeschichte des Elbe-Elster-Kreises einen ersten Preis. Damit sei Weber der erfolgreichste der 85 Musikschulpädagogen im Kreis, vielleicht sogar im Land Brandenburg, so Prager.

Von Spiellaune und Spitzenklasse des von Lars Weber gegründeten Percussion-Ensembles "Die Weberknechte", das schon beim Bundespräsidenten seinen rhythmischen Auftritt hatte, konnten sich die Gäste des Abends überzeugen. Gefühlvoll, witzig und temperamentvoll umrahmten sie die Preisverleihung. Beim 10. Percussion in concert am 19. März in der Finsterwalder Gaststätte Alt-Nauendorf gibt's noch mehr davon.

Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) betonte die kulturelle Vielfalt im Landkreis, hob aber auch einzelne Leuchttürme hervor. Vor allem der Museumsverbund sei erfolgreich gestartet. 2016 darf man auf den ersten Teil einer Dauerausstellung im Museum Schloss Doberlug gespannt sein. Und für das Marionettentheatermuseum in Bad Liebenwerda wird eine bedeutende Sammlung erworben.

Der Preis für Heimatgeschichte ging diesmal an die Mitglieder vom Freundeskreises Zliuuini (Schliebener Land). Zweimal gab es den Preis für Denkmalpflege - sowohl für die Initiativgruppe "Lager Mühlberg e. V." als auch für die "Gedenkstätte KZ-Außenlager Schlieben-Berga e. V.". Für Mühlberg hat unter anderem der 88-jährige Eberhard Hoffmann den Preis entgegengenommen. "Ohne sein Drängen wäre vieles noch nicht so weit bei uns", betonten seine Mitstreiterinnen Angelika Stamm und Gudrun Andrich. Der Preis für Heimatpflege ist gleichfalls zweimal vergeben worden - an den Kulturförderer Rainer Bauer, Geschäftsführer der Bauer Fruchtsaft GmbH Bad Liebenwerda, und an den aktiven Dorfverein "Wir in Frankena".

Das Kulturjahr 2016 dürfte wieder reich an Höhepunkten werden. Für 51 Projekte hat es an diesem Abend 55 000 Euro Unterstützungsgelder vom Landkreis und der Sparkassenstiftung "Zukunft Elbe-Elster-Land" gegeben. Es freuten sich Organisatoren von Großveranstaltungen, Vereine, die das ganze Jahr über Veranstaltungen und Ausstellungen organisieren, Initiatoren von Ausstellungen und Publikationen sowie Veranstalter von Vorträgen, Lesungen und Theateraufführungen. 2016 werden wieder das Finsterwalder Sängerfest, das Internationale Musikfest in Hirschfeld und Rock am Schloss Doberlug stattfinden, aber auch verschiedenste Kirchenkonzerte, Ausstellungen und Lesungen.

Zum Ausklang des Abends blieb sich das Kulturamt unter Leitung von Andreas Pöschl in seiner Dramaturgie treu. Wieder bekam eine Künstlerin, deren Wiege in der Region stand, ihre Auftrittsgelegenheit. Die aus Finsterwalde stammende Antje Neumann (Gitarre, Gesang), heute lehrt sie an der Musikschule in Hoyerswerda, und Frank Widzgowski (Klarinette), Lehrer am Cottbuser Konservatorium, präsentierten folkloristische Stücke. Ein gelungener Schlusspunkt für den Start ins Kulturjahr.