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Stichwahl am Sonntag
Vetschau und Doberlug-Kirchhain wählen Bürgermeister

In Brandenburg finden heute Stichwahlen zu den Bürgermeisterwahlen statt.
In Brandenburg finden heute Stichwahlen zu den Bürgermeisterwahlen statt. FOTO: Fredrik von Erichsen / dpa
Cottbus. Heute kommt es in zwei Lausitzer Städten zur Stichwahl um das Bürgermeisteramt. Wer wird das Rennen machen in Vetschau und Doberlug-Kirchhain? Von Bodo Baumert, Heike Lehmann und Daniel Preikschat

In mehreren Kommunen Brandenburgs sind die Bürger am heutigen Sonntag zu Stichwahlen für die Bürgermeisterämter aufgerufen. Beim ersten Wahlgang parallel zur Bundestagswahl hatte sich keiner der Kandidaten dort durchsetzen können. Nun sind die Bürger erneut aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Wahllokale haben bis 18 Uhr geöffnet.

7475 Wahlberechtigte der Stadt Doberlug-Kirchhain werden an die Wahlurnen gebeten, um zu entscheiden, wer bis 2026 Bürgermeister der Kloster- und Gerberstadt werden soll. Nach dem ersten Wahlgang gab es bei einer hohen Wahlbeteiligung von 74,6 Prozent und vier Kandidaten noch kein abschließendes Ergebnis. Amtsinhaber Bodo Broszinski bekam mit 45,7 Prozent die meisten Stimmen, aber nicht die notwendige absolute Mehrheit. Sebastian Rudolph kam ihm mit 27,6 Prozent am nahesten. Beide stehen am Sonntag erneut auf dem Stimmzettel.

Am Tag eins nach der Wahl am 24. September überraschten die beiden unterlegenen Kandidaten, Torsten Drescher (SPD) und Ingo Setzermann (parteilos/Linke), nicht wenige Wähler mit einer konzertierten Aktion im Bunde mit dem CDU-Stadtverband, indem sie jetzt bei der Stichwahl um Stimmen für Sebastian Rudolph werben. Dem schlossen sich auch drei Abgeordnete von der Fraktion WBU-LUN – nach eigenen Angaben parteipolitisch unabhängig – an. Sie alle wollen jetzt Veränderung statt „eingefahrener Gleise“, wie es in einer Erklärung von WBU-LUN heißt. Sie solidarisieren sich jetzt offen gegen Bürgermeister Bodo Broszinski, werfen ihm fehlende Kommunikation, Information und Stillstand in der Stadt vor. Eine Kritik, die in dieser Schärfe beim Bürgermeisterwahlforum der Lausitzer Rundschau mit allen vier Kandidaten am 13. September nicht deutlich wurde. Weitere Brisanz: Die verschworene Front gegen den Bürgermeister sitzt in der Stadtverordnetenversammlung, Sebastian Rudolph ist seit 2014 deren Vorsitzender und damit auch Dienstvorgesetzter des Bürgermeisters. Kritik an dessen Amtsausführung wäre also vor der Wahl möglich und fair gewesen.

Der Sonntag verspricht, spannend zu werden. 120 Wahlhelfer für 20 Wahlbezirke sind noch einmal aktiviert. Der Ansturm auf die Briefwahl ist auch für die Stichwahl enorm. Wahlleiterin Jana Lange: „Wir haben deutlich über 1000 angeforderte Briefwahlunterlagen und sind auf Anfragen bis zum letzten Tag eingestellt.“ Wahlscheine für die Briefwahl werden demnach Freitag bis 18 Uhr im Einwohnermeldeamt ausgegeben, in begründeten Fällen sogar noch Sonntag bis 15 Uhr. Die Briefwahlunterlagen müssen bis Sonntag 18 Uhr, wenn die Wahllokale schließen, im Rathaus vorliegen.

In Vetschau erneut 107 freiwillige Wahlhelfer in 17 Wahllokalen im Einsatz sein, um die Stimmen bei der Bürgermeisterwahl auszuzählen. Anders als beim ersten Wahlgang jedoch wird es diesmal mit großer Wahrscheinlichkeit zur Entscheidung kommen. Der erfolgreiche Kandidat muss mehr als 50 Prozent der gültigen abgegebenen Stimmen bekommen. Außerdem müssen über 15 Prozent aller wahlberechtigten Vetschauer ihre Stimme für den Wahlsieger abgegeben haben, heißt es von der Wahlleitung. Auf Amtsinhaber Bengt Kanzler (parteilos) entfielen beim ersten Wahlgang am 24. September 45,9 Prozent der Stimmen, auf Uwe Jeschke (SPD) 36,8 Prozent, auf Stefan Schön (Grüne) 17,4 Prozent. Mit dem Ergebnis wird gegen 19.30 Uhr gerechnet.