Noch am Abend startet die Polizei eine große Suchaktion. Ein Hubschrauber fliegt bis früh um 4 Uhr mit einer Wärmebildkamera übers Dorf, sucht auch den nahen Wald und die ganze Gegend ab. Am nächsten Tag Morgen geht die Suche weiter - unterstützt von einer Hundestaffel. "Doch am Herrenweg im Sonnewalder Schlosspark hört die Spur auf", hat Ursula Knobloch von der Polizei erfahren. Die vermutet, dass ihr Sohn hier in ein Fahrzeug gestiegen ist. Immer wieder ging die Polizei im vergangenen Jahr Hinweisen aus der Bevölkerung nach. So wurde sogar die Gendamerie in der Schweiz eingeschaltet, weil man den Vermissten bei einem Freund vermutet hatte. Taucher haben den Lugkteich abgesucht, hier will man einen Toten gesehen haben. Im Februar waren zahlreiche Beamte mit speziell ausgebildeten Hunden, die noch nach Jahren eine Spur aufnehmen können, drei Tage lang in der Region unterwegs und an jenen Stellen, wo sich Dirk Lunkwitz oft aufgehalten hat. Im März durchkämmten noch einmal Leichenspürhunde das Gebiet. "Wir haben alles Menschenmögliche getan, um Herrn Lunkwitz zu finden", sagt Ines Filohn, die Polizeisprecherin.

Der Zeckeriner soll am Tag seines Verschwindens einen Anruf von einem Kumpel aus Sonnewalde bekommen haben - und daraufhin zu ihm mit dem Fahrrad gefahren sein, das ebenfalls noch nicht gefunden wurde. Als auf diesem Grundstück später eine Fläche betoniert wird, kommen die wildesten Gerüchte auf, der Vermisste könnte hier begraben worden sein. "Das ist Unsinn. Dirk war öfters bei mir, das stimmt, aber nicht an diesem Abend. Die Polizei kann gern den Beton aufhacken", sagt der Kumpel dieser Tage auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Die Beamten hätten angekündigt, die Betonfläche mit Röntgenstrahlen untersuchen zu wollen.

Inzwischen sind Weihnachten und Geburtstage verstrichen - "Dirk hat immer schon Tage vorher für seine Kinder Partys organisiert. Dass er Hals-über-Kopf abhaut und Benni und Marie, um die er nach der Scheidung so gekämpft hat, im Stich lässt, das passt nicht zu ihm", weiß die Mutter.

Ursula Knobloch hat gehofft, über Hilferufe in verschiedenen Medien Kontakt zu ihrem Sohn oder wenigstens Hinweise über seinen Verbleib zu bekommen - doch darauf wartet sie bis heute vergeblich. Als jetzt die RTL-Redaktion "Vermisst" den Fall aufgreifen wollte, hat Ursula Knobloch Interviews und Filmaufnahmen abgelehnt. "Das hilft den Kindern nicht", sagt die Oma. "Sie leiden darunter, wenn ihr Vater ins Fernsehen kommt und sie daraufhin laufend von Leuten angesprochen werden. Sie haben jetzt die Schule gewechselt, was gut für beide ist. Wir reden über Papa, besuchen das leere Haus, sorgen hier für Ordnung, holen die Post - und wir hoffen gemeinsam, dass er wieder kommt", sagt Ursula Knobloch.

Immer wieder ruft sie bei der Polizei an und erkundigt sich, ob es Neuigkeiten gibt - auch, als kürzlich eine Leiche im Wald bei Möllendorf entdeckt wurde. "Doch der Mann hatte eine Lederjacke an, es konnte nicht Dirk sein", war Ursula Knobloch froh. "So lange Ihr Sohn nicht tot gefunden wird, gehen wir davon aus, dass er lebt", bekomme sie von der Polizei immer wieder gesagt. An diese Worte klammert sich die Mutter.