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| 02:40 Uhr

Vereinbarung für F 60-Bahn in Arbeit

Massen/Falkenberg. Die Industriebahn Finsterwalde-Sallgast könnte in dieser Saison zwischen Falkenberg und dem Besucherbergwerk F 60 in Lichterfeld verkehren. Auf dieses Ziel steuern Partner der F 60-Bahn jetzt weiter zu. Und das mit einem neuen Verbündeten, der Eisenbahnerstadt Falkenberg. Gabi Böttcher

Einen großen Sprung vorangekommen sind kommunale Partner und der private Betreiber der F 60-Bahn in dieser Woche. Bei einer Arbeitsberatung mit dem potenziellen neuen Unterstützer, der Stadt Falkenberg, wurde Kurs auf eine Vereinbarung genommen, die eine um etwa 20 Kilometer verlängerte Fahrstrecke ermöglichen würde. Hintergrund ist, dass im Zuge der Bauarbeiten an der Bahnstrecke Berlin-Elsterwerda die Stadt Doberlug-Kirchhain ab dem 16. August nicht mehr angefahren werden könnte.

Gäste aus Berlin leiten

Die Kohletour soll stattdessen den Strom potenzieller Gäste aus Berlin über Falkenberg freimachen. Die Trassenkosten, die für die Nutzung von Gleisen der Deutschen Bahn zu zahlen sind, erhöhen sich. Sie wurden in den ersten beiden Jahren der Wiederinbetriebnahme der historischen Industriebahn von den Städten Finsterwalde und Doberlug-Kirchhain sowie dem Amt Kleine Elster übernommen. Jetzt soll aus dem Trio ein Quartett der kommunalen Unterstützer werden. Doch die Zeit drängt, das Gesamtpaket zu schnüren. Bei der Grünen Woche in Berlin werden am Stand des Landkreises wohl noch keine Fahrpläne für die Saison 2016 ausliegen können. Und auch für den Dresdener Reisemarkt am letzten Januar-Wochenende wird es eng. Es sei denn, Torsten Ratke geht mit dem privaten Betreiberunternehmen Officeconsult weiter ins Risiko. Die Saison 2015 hatte mit einem Minus von 4000 Euro geendet, die vom privaten Betreiber kompensiert werden mussten.

2000 Euro für jeden Partner

Gottfried Richter, Amtsdirektor des Amtes Kleine Elster, bereitet jetzt einen neuen Vereinbarungsentwurf für alle Partner vor und geht in die Abstimmungen mit Finsterwalde und Doberlug-Kirchhain. Wie im ersten Betriebsjahr der Bahn 2014 soll der Anteil der kommunalen Partner wieder jeweils 2000 Euro betragen, im vorigen Jahr waren es 1000 Euro. "In den nächsten 14 Tagen muss die Vereinbarung stehen", so Gottfried Richter.

Einen sehr vielversprechenden Eindruck hat bei ihm und Torsten Ratke die Falkenberger Runde hinterlassen. "Das war ein sehr guter Termin. Zumal auch neue Ideen auf den Tisch kamen", sagt Torsten Ratke. Der Falkenberger Bürgermeister Herold Quick (parteilos), der Heinz Welisch und Werner Schubert vom Falkenberger Eisenbahnmuseum mit hinzugebeten hatte: "Es war ein sehr zielorientiertes Gespräch. Die Idee ist unterstützenswert. Auch für unsere Gäste am Kiebitz wäre das ein zusätzliches Angebot." Herold Quick räumte ein, dass ein Beitrag von 2000 Euro in der laufenden Haushaltsdiskussion noch untergebracht werden müsse. Vielleicht könne auch der Eigenbetrieb Kiebitzsee einen Teil übernehmen. "Wir werden es versuchen", lässt das Stadtoberhaupt den unbedingten Willen zum Erfolg erkennen.

Im Team des Besucherbergwerkes F 60 werden die Anstrengungen mit einem großen Daumendrücken begleitet. Allerspätestens beim Brandenburgischen Reisemarkt am Berliner Ostbahnhof am 9. April werden die Fahrpläne für die Saison wichtig sein. "Wir werden von den Berlinern immer gefragt, wie sie denn zur F 60 kommen können", so Olaf Umbreit. "Für uns wäre es sehr wichtig, wenn sich das Angebot verstetigen würde. Welches touristische Ziel unserer Art kann sich schon rühmen, eine direkte Bahnanbindung von Berlin aus zu haben? Und das auf historischer Strecke." Mit dem sich neu anbietenden Hintergund der Falkenberger Eisenbahntradition könne man im Marketing noch breiter agieren. Schließlich gebe es sehr viele Bahnfreunde, sieht Olaf Umbreit neue Ansätze.

Kommentar: Auf reiselustige Berliner setzen

Zum Thema:
Die historische Zschipkau-Finsterwalder Eisenbahn war anlässlich der Ersten Brandenburgischen Landesausstellung im Jahr 2014 in Doberlug-Kirchhain auf einem Teilstück wieder in Betrieb gegangen. In der zweiten Saison 2015 wurden an 21 Sonntagen 1563 Fahrkarten verkauft. Größtes Ärgernis des Betreibers: Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg akzeptiert die Strecke nicht als Ergänzungsangebot.