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| 01:36 Uhr

Verband steht in den Startlöchern

Dietmar Seidel, Verbandsvorsteher des Wasser- und Abwasserverbandes Westniederlausitz
Dietmar Seidel, Verbandsvorsteher des Wasser- und Abwasserverbandes Westniederlausitz FOTO: Dietmar Seidel
Die Fusion der Zweckverbände Sonnewalde und Doberlug-Kirchhain zum Wasser- und Abwasserverband Westniederlausitz (WAV) „ist formal beendet“ , sagt Verbandsvorsteher Dietmar Seidel mit Blick auf den dicken Aktenordner, der das komplett überarbeitete Satzungswerk beinhaltet. Mit weiteren Investitionen erhöht der Verband nun schrittweise den Anschlussgrad an das Ver- und Entsorgungsnetz. Von Kathleen Weser


 „Die Fusion ist jetzt
auch formal
beendet.“
 Dietmar Seidel,
Verbandsvorsteher des Wasser- und Abwasserverbandes Westniederlausitz


Das Wasserwerk Schönborn soll im nächsten Jahr flott gemacht werden (Investition: etwa 439 000 Euro). „Der Plan für die Rekonstruktion der Anlage ist fertig“ , sagt Dietmar Seidel. Der Baustart, der eigentlich schon Geschichte sein sollte, verschiebe sich etwas. „Die Fördermittelprüfung ist noch nicht abgeschlossen“ , erklärt der Verbandsvorsteher. Doch es gebe bereits deutliche Signale, dass die Taler rollen würden.
Acht Wasserwerke von einst zehn sorgen im Versorgungsbereich des Wasser- und Abwasserverbandes Westniederlausitz gegenwärtig noch dafür, dass den Haushalten das „Lebensmittel Nr. 1“ ständig in guter Qualität zur Verfügung steht. Werenzhain und Prießen wurden dicht gemacht, weil der Reparaturaufwand zu hoch gewesen wäre. Das Wasserwerk in Doberlug-Kirchhain ist in den vergangenen zwei Jahren auf Vordermann gebracht worden. „Der Reinwasserbehälter wird jetzt noch ertüchtigt. Dann sind wir fertig“ , informiert der Verbandsvorsteher.
Im Februar soll das gemeinsame Trinkwasserversorgungskonzept vorgelegt werden. „Es wird Vorschläge beinhalten, wie künftig wirtschaftlich eine stabile Versorgung gewährleistet werden kann“ , erklärt Dietmar Seidel. Die Verbandsversammlung müsse dann Entscheidungen treffen, die langfristiger Natur sein sollten.
Dass die Wasserwerke Kleinkrausnik und Pahlsdorf im Jahr 2008 vom Netz genommen werden, ist längst festgelegt. 608 000 Euro muss der Verband in eine Verbindungsleitung zwischen Sonnewalde und Zeckerin und eine Druckerhöhung investieren, um die Versorgung der Orte zu gewährleisten. „Die Sanierung der Wasserwerke wäre deutlich höher ausgefallen“ , erläutert der Verbandsvorsteher.
Die alte Trinkwasserleitung in der Luckauer Straße von Kirchhain werde im nächsten Jahr durch eine neue ersetzt. Der Grund sei: Hier müsse der Abwasserkanal erneuert werden. Rohrbrüche plagten den Verband. Um so effektiv wie möglich zu bauen, würde das Erdreich nur einmal ausgehoben. „Im Trinkwasserbereich wird es noch viele Jahre kontinuierlich Erneuerungen geben müssen“ , schätzt Dietmar Seidel ein. 1,78 Millionen Euro schwer ist der Investitionsplan für das nächste Wirtschaftsjahr. Die Verbandsversammlung hat ihn kürzlich beschlossen.
Rückersdorf ist „im Kern“ abwasserseitig bereits erschlossen. Heute findet die Bauabnahme statt. Restarbeiten im Umfang von 917 000 Euro will der Zweckverband aber im kommenden Jahr noch realisieren. Zwischen Bahnhofstraße und Bahnlinie liegen die Kanäle im Straßenbett. Einige Nebenstraßen in Richtung Oppelhain müssen noch ran, erklärt der Verbandsvorsteher. Für das Dorf und Lugau sind seinen Angaben zufolge Fördermittel aus einem Sonderprogramm für Orte unter 2000 Einwohnern beantragt worden. „Wir warten noch auf den Bewilligungsbescheid“ , sagt Dietmar Seidel.
Für die Waldhufe in Kirchhain und umliegende Straßenzüge sei die Abwasser-Planung ausgelöst. Die Fördermittel-Voranfrage ist bereits bestätigt worden, teilt der Verband mit. In dem Zuge werden auch die Luckauer und ihre Nebenstraßen mit beplant und erschlossen. Der Abwasser-Anschlussgrad im Verbandsgebiet liege derzeit bei etwa 54 Prozent, erklärt Dietmar Seidel. Im Jahr 2009, so ist geplant, will der Verband mit den Resterschließungsarbeiten in Gorden, Oppelhain und Lindena endlich eine durchgängige Schmutzwasserleitung geschaffen haben. Dann sollen auch Teile des Kanalnetzes, die bereits im Jahr 2001 errichtet worden sind und seitdem praktisch noch funktionslos in der Erde liegen, in Betrieb gehen können. Derzeit müssen die Fäkalien deutlich teurer als über den Kanal über die Straßen zum Klärwerk in Lindena transportiert werden. Die Belastungen der Anwo hner durch diese und andere Schmutzwasser-Fuhren werde aber nun schrittweise deutlich abnehmen, stellt der Verbandsvorsteher in Aussicht.

Zum Thema Satzungen neu
 Die Verbandsversammlung des Wasser- und Abwasserverbandes Westniederlausitz (WAV) hat während seiner jüngsten Sitzung alle Satzungen neu beschlossen und damit auch formal die Fusion beendet. Dieses Satzungen sollen in Kürze veröffentlicht werden und erhalten damit Rechtskraft.