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| 16:53 Uhr

Kunst am Bau in Finsterwalde
Vandalismus? Nein, Kunst am neuen Janusz-Korczak-Kolleg

Entsehendes Graffiti am ehemaligen Sängerstadt-Gymnasium, inzwischen Janusz-Korczak-Kolleg.
Entsehendes Graffiti am ehemaligen Sängerstadt-Gymnasium, inzwischen Janusz-Korczak-Kolleg. FOTO: Ev. Schulgemeinschaft
Finsterwalde. Graffiti-Künstler aus Frankfurt/Main sind in Finsterwalde.

(pm/leh) Derzeit entsteht am ehemaligen Sängerstadt-Gymnasiumsgebäude, dem neuen Janusz-Korczak-Kolleg in Finsterwalde, ein Auftrags-Graffiti mit Künstlern aus Frankfurt, die momentan vor Ort sind.

Am 22. Juli um 1 Uhr nachts melden besorgte Einwohner der Stadt Finsterwalde „Auffälligkeiten“ in der Tuchmacherstraße 26. Angeblich haben drei Personen eine der Außenfassaden in Scheinwerferlicht großflächig beschmiert. „Obwohl das Gebäude seit längerer Zeit leer steht, achten viele Bürger der Stadt Finsterwalde auf das ehemalige Gebäude des Sängerstadt-Gymnasiums. Viele sind hier selbst zur Schule gegangen, haben ihre Kinder hierhergebracht oder haben gar selbst in diesen Räumlichkeiten unterrichtet“, sagt Pfarrer Stefan Branig von der Geschäftsführung der Evangelischen Schulgemeinschaft Niederlausitz gGmbH.

Auch die jetzigen Eigentümer erreichen die besorgten Nachrichten. Alice Beck, die hier auch zur Schule ging und nun Teil der Geschäftsführung der Evangelischen Schulgemeinschaft Niederlausitz gGmbH ist, konnte direkt Entwarnung geben. Seit 2017 wird bereits umfangreich renoviert. Vor allem im Innenbereich unterstützen viele fleißige Hände, da bereits dieses Jahr der evangelische Hort und die Grundschule Finsterwalde aus den zu klein gewordenen Räumen in der Wilhelm-Liebknecht-Straße umziehen sollen. Auch der Außenbereich soll noch verschönert werden. Hierfür wollte man etwas Besonderes, denn auch der Name des Gebäudes – das Janusz-Korczak-Kolleg – hat eine wichtige Bedeutung für die Stadt Finsterwalde.

Zwei Graffiti-Sprüher, ein Helfer, ein Transporter, zwei Hebebühnen und etwa 200 Sprühdosen wurden organisiert, um eine Außenfläche von 13 x 13 Meter zu gestalten. Die Graffiti-Künstler von „Schönheitsfehler“ aus der Nähe von Frankfurt am Main sind für eine  Woche im Auftrag der Evangelischen Schulgemeinschaft gGmbH angereist. Die Absicht der Sprayer ist nicht nur die Verschönerung der Stadt, sondern vor allem eine besondere Darstellung der Bildungsgeschichte, die zum Nachdenken anregen soll. So schaukelt zum Beispiel der Engel Matthäus freudig an einer übergroßen Wurzel vor dem Umriss eines Atomkraftwerkes.

Auch Janusz Korczak gehört aus Sicht der Evangelische Schulgemeinschaft in dieses Graffiti hinein. Auch für viele Finsterwalder ist Janusz Korczak als Mensch und Pädagoge sehr bedeutend. Mit einem großflächigen Graffiti-Kunstwerk möchte man ein Stück Geschichte festhalten, den Namen Janusz Korczak ehren, aber auch einen Blick in die digitale Zukunft wagen.

Achtsame Bürger von Finsterwalde, ihr seid herzlich eingeladen euch den „Schaden“ anzuschauen!

(pm/leh)