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| 17:32 Uhr

Wo Autofans ins Träumen kommen
US-Cars stehlen der F60 die Show

US-Car-Treffen an F60 in Lichterfeld FOTO: Mirko Sattler
Lichterfeld. Das Event mit den Fahrzeugen aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten mausert sich zum größten seiner Art in Deutschland. Von Mirko Sattler

  Im normalen Straßenverkehr sieht man hin und wieder mal ein Fahrzeug aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.  Doch am vergangenen Wochenende kamen solche Fahrzeuge aus allen Himmelsrichtungen. Am liegenden Eiffelturm in Lichterfeld wimmelte es dann nur so von diesen. Aus ganz Deutschland und den Nachbarländern strömten die Fans der US-Cars-Szene in den kleinen Ort im Elbe-Elster-Kreis.  „Wir sind hier schon Stammgäste. Durch die F60 ist die Location einmalig. Es gibt viele gute Orte in Deutschland, aber von dieser Kulisse schwärmen unsere Gäste besonders. Deshalb mausert sich das Treffen hier zum größten US-Car-Treffen in Ostdeutschland“, sagte Veranstalter Tino Krämer, der mit seiner orangefarbenen Weste  die Fahrzeuge einweist. „Zeitweise“, so Krämer weiter, „ mussten wir sogar den Einlass für Fahrzeuge stoppen, weil einfach kein Platz mehr war“.

Ob Oldtimer aus der guten alten Zeit von Elvis und James Dean, Youngtimer aus den 70er- und 80er-Jahren oder die aktuelle Palette der amerikanischen Autoschmieden -  in Lichterfeld war so gut wie alles vertreten, egal ob Pontiac, Chevrolet, Viper, Ford oder Mustang. Teils waren die Autos älter als ihre Besitzer. Im Schein der Sommersonne über der Förderbrücke blitzten und funkelten die Boliden und zeigten sich von ihrer schönsten Seite. „Die Teilnehmerzahlen aus dem vergangenen Jahr werden wir sicher überbieten. 2017 hatten wir 1000 Teilnehmer. Wieder dabei sind unsere Freunde aus Lettland. Unter den Teilnehmern sieht man sogar einige Exoten.  Die Übernachtungspreise von 15 Euro fürs ganze Wochenende machen das Event so einzigartig“, verriet Tino Krämer, der zusammen mit seiner Familie und weiteren Partnern diese Veranstaltung stemmt.

Beim Programmpunkt „Show und Shine Fahrzeugpräsentation“ mischte auch Manuel Melcher mit. „Ich bin zu meinem Wagen durch eine Wette gekommen. Meinen Ford F100 habe ich als Schrottfahrzeug vor sechs Jahren gekauft. Mittlerweile habe ich bestimmt über 50 000 Euro hineingesteckt. Bis auf die Originaloptik ist vieles nicht mehr Original“, erzählte der Sonnewalder leidenschaftlich. Mit seinen 500 PS bei 8,2 Liter Hubraum  lässt er so manchen BMW und Mercedes links liegen. Der  38-jährige Liebhaber der amerikanischen Fahrzeuge ist jetzt mit seinem Fahrzeug auf vielen Events zu sehen.

Ebenfalls als Schrottauto gekauft hat Roberto Grüner seinen Wagen. „Mit einer Breite von 2,10 m und einer Länge von 5,80 m ist mein Pontiac schon außergewöhnlich. Vieles ist nicht mehr original. Alle Teile musste ich übers Internet aus der ganzen Welt bestellen. So kamen zum Beispiel Ersatzteile aus Amerika, Spanien oder Brasilien. Durch den Nachbau sind es keine Oldtimerteile mehr, und ich durfte mir meine Pakete oftmals beim deutschen Zoll abholen und darauf Einfuhrzoll und Mehrwertsteuer löhnen“, verriet der 47-jährige Pirnaer, der von seiner Frau Susanne unterstützt wird. In seiner Tiefgarage saß er so manchen Abend und bastelte an seinem vierrädrigen Liebling herum. Durch das Restaurieren hat das Fahrzeug nun eine Wertsteigerung von einst 25 000 Dollar als Schrotauto hin zum jetzigen Zustand mit 100 000 Euro erfahren.

Nicht nur Teilnehmer, die ihre Fahrzeuge vorstellen und fachsimpeln wollten, kamen nach Lichterfeld. Unter den Besuchern war auch Thomas Lehmann. „Ich bin zum dritten Mal bei solch einem Treffen hier an der F60. Hubraum, Spoiler und Chrom interessieren mich - und da vor allem die älteren Modelle aus den Jahren 50er Jahren. Diese Veranstaltung ist einfach einzigartig“, sagte der Lauchhameraner, der mit seiner Familie vorbeischaute. Zum ersten Mal dabei waren die Freunde Justin, Tobias und Meiko. „Hier sind viele Traumautos dabei und solche Autos, wo man noch schrauben kann, wenn sie kaputt sind. Wenn wir das Geld hätten, würden wir auch solche Fahrzeuge besitzen“, meinten die drei Jugendlichen aus Lauchhammer.

Neben der Präsentation für jedermann, standen noch der Dezibel-Contest, der Autocross und natürlich das Sexy Carwash auf dem dreitägigen Programm.

Roberto und Susanne Grüner aus Pirna fahren stolz mit ihrem Pontiac, Baujahr 1959, zum US-Car-Treffen in Lichterfeld vor.
Roberto und Susanne Grüner aus Pirna fahren stolz mit ihrem Pontiac, Baujahr 1959, zum US-Car-Treffen in Lichterfeld vor. FOTO: Mirko Sattler
US-Car-Treffen an F60 in Lichterfeld FOTO: Mirko Sattler