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US-Car & Bike Treffen: Hauptsache alt, Hauptsache amerikanisch

"Benzingespräche" beherrschten den Töpfermarkt. Auch der 33-jährige Doberlug-Kirchhainer Christian Czaja (l.) hörte sich bei den Ausstellern um.
"Benzingespräche" beherrschten den Töpfermarkt. Auch der 33-jährige Doberlug-Kirchhainer Christian Czaja (l.) hörte sich bei den Ausstellern um. FOTO: top1
Crinitz. Beruf und Hobby liegen bei dem jungen Crinitzer Andreas Kliche (30) dicht beieinander. Werktags arbeitet der Maschinenbauingenieur in der Forschungsabteilung eines großen deutschen Autokonzerns, entwickelt Motoren auf höchstem technischen Niveau, doch in seiner Freizeit gehört seine ganze Leidenschaft sehr, sehr alten amerikanischen Autos und hier vor allem Pickups. Torsten Pötzsch / top1

Je älter umso besser.

Er haucht ihnen wieder neues Leben ein und macht sie zur rollenden Automobilgeschichte. Und natürlich sollen die Unikate nicht nur in seiner "Pickup-Scheune" stehen, sondern dem geneigten Publikum präsentiert werden. Aus diesem Grund organisierte er mit einer handvoll Mitstreitern im vergangenen Jahr das erste US-Car & Bike Treffen in Crinitz und am vergangenen Wochenende gab es die Neuauflage. "Ich denke, wir haben hier einen Nerv getroffen, und nachdem wir letztes Jahr etwas Lehrgeld bezahlen mussten, haben wir an ein paar Stellschrauben gedreht und ich kann sagen, es läuft", zeigte sich der Hauptorganisator zur Halbzeit zufrieden. Aus allen Himmelsrichtungen, aus Berlin, Leipzig, Dresden, Cottbus kamen die hubraum- und PS-starken Karossen angerollt und verwandelten das kleine Festivalgelände, auf dem sonst immer der Töpfermarkt stattfindet, in einen Traum aus Chrom und Lack. Es waren vor allem die älteren Modelle von Ford, Dodge, Buick und Chevrolet, die das Interesse der zahlreichen Besucher auf sich zogen. Natürlich hatte auch Andreas Kliche einen Wagen vor Ort. "Es ist der älteste Pickup, den ich habe, ein 1940er-Chevy, und der stammt aus Kalifornien. Nach und nach will ich ihm wieder neues Leben einhauchen und am Ende soll er wieder weitestgehend seinen Originalzustand haben."

Was dabei alles zu beachten ist, woher man günstig Ersatzteile bekommt, welche Tricks und Kniffe es gibt, darum drehten sich die meisten "Benzingespräche" der über 120 Aussteller. Unter ihnen auch der 33-jährige Doberlug-Kirchhainer Christian Czaja. Seit drei Jahren schraubt er an "alten Amis" und besitzt selbst vier Fords, alle aus den Jahren 1928 bis 1931. In Ohio, Minesota und Wisconsin wurde er fündig und überführte die Wagen aus den Staaten nach Deutschland, um sie wieder flott zu machen. "Das hier ist ein Ford Model A", zeigt er stolz sein Auto, welches für großes Interesse sorgte. "Der hat 40 PS, 3,3 Liter Hubraum, wurde 1928 gebaut und ist voll alltagstauglich. Ich selbst bin mit ihm schon über 6000 Kilometer gefahren." Neben der Technik fasziniert ihn vor allem die Historie der Autos. "Das muss man sich mal vorstellen", kommt er schnell ins Schwärmen. "Das ist das erste Auto der Welt, welches in Fließbandproduktion hergestellt wurde. Es war quasi eine Revolution, von der wir heute noch profitieren", so Christian Czaja. "Hauptsache alt, Hauptsache amerikanisch", so fasst er das Credo seines aufwendigen Hobbys kurz und knapp zusammen.

Die Entwicklung des Crinitzer US Car & Bike Treffens beobachtet Christian Czaja mit Interesse und Wohlwollen. "Das ist ein wirklich schönes Treffen, noch nicht so überlaufen, eher familiär, die Leute, der Standort, das Ambiente, das passt hier alles ganz gut. Sollte es ein drittes Treffen geben, bin ich auf alle Fälle wieder dabei."

Da kann sich der Doberlug-Kirchhainer schon jetzt freuen, denn gegenüber der RUNDSCHAU versicherte der Veranstalter, dass es 2018 auf alle Fälle eine dritte Auflage geben wird.