Alle sind sich hier einig: Der von der Fraktion Bürger für Finsterwalde (BfF) angeschobene und mit elf Ja-Stimmen (zehn Nein-Stimmen, zwei Enthaltungen) erwirkte Planungsauftrag für die Stadtverwaltung wird von den Anliegern als unnötig angesehen. Schließlich wolle man keinen Ausbau der Straße. Ein Befürworter des Vorstoßes fand sich in der Runde nicht und keinem sei zudem ein solcher bekannt, wurde versichert.

Grundsätzlich in Zweifel gezogen wurden die vom BfF-Fraktionsvorsitzenden Ronny Zierenberg angeführten 2500 Euro Planungskosten. In der städtischen Bauverwaltung seien solche Leistungen nicht zu erbringen, betonte Rainer Genilke. Er siedelt die extern zu vergebenden Planungsleistungen bei 17 000 Euro an. Auch die von der BfF genannten Schätzkosten inklusive Planung für die Sanierung der Straße von 115 000 Euro hätten noch nie für eine Anliegerstraße gereicht. "Wir müssen uns an die Straßenbaugesetze halten, da kann nicht einfach etwas Teer drüber getan werden", so Genilke. Vielmehr habe Bürgermeister Jörg Gampe mit einer voraussichtlichen Kostenbeteiligung der anliegenden Grundstücke in Höhe von etwa acht Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche eine Orientierung genannt, die auf durchschnittlichen Werten bisher gebauter Anliegerstraßen basiere.

Die Anlieger sollen nun auf den Bürgermeister-Brief antworten, ob sie einem Ausbau zustimmen würden oder nicht. Einige haben ihre verneinende Antwort bereits zurückgeschickt. Zudem machte eine Unterschriftenliste die Runde, in der sich die Anlieger gegen einen Ausbau der Straße am Friedhof aussprechen. 13 Namen fanden sich umgehend darauf wieder. Von insgesamt 19 Anliegern, zwei von ihnen mit zwei Grundstücken, war die Rede. Unter ihnen wird sogar befürchtet, dass ein Ausbau zu erhöhter Nutzung der Straße führen und daraus eine Rennpiste werden könnte. Silke Wesnick wünschte sich viel dringender eine Geschwindigkeits- und Tonnagebegrenzung in der Pestalozzistraße und Dietmar Lehmann Maßnahmen gegen sich sammelndes Regenwasser am Ende der Straße.

Für Rainer Genilke ist klar: "Wenn die Straße ausgebaut werden soll, dann müssten Anlieger dies wünschen." 60 Prozent der Kosten seien von ihnen zu tragen. Und es sei kein Anlieger bekannt, der dies wolle.