ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:27 Uhr

Perspektive für alte Kistenfabrik
Neues Wohnquartier erhält in Ausschüssen Rückenwind

Finsterwalde. Unternehmer muss auf dem Areal der alten Finsterwalder Kistenfabrik mit Altlasten umgehen.

Jetzt sollen also Nägel mit Köpfen gemacht werden auf dem Areal der ehemaligen Kistenfabrik zwischen Weststraße und Tuchmacherstraße. Der Eigentümer und Bauunternehmer Mirko Lindstädt aus Drößig dürfte jedenfalls guter Dinge die Sitzungen des Bau- und des Hauptausschusses der Stadtverordnetenversammlung in der vorigen Woche verlassen haben. In diesen wurde jeweils einstimmig die Abwägung zum Vorentwurf des Bebauungsplans für ein angestrebtes neues Wohnquartier namens Carl. J. Krause befürwortet. Vorbehaltlich der Entscheidung durch die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Mittwoch, 26. September, ist diese Abwägung in den Entwurf der Bebauungsplans einzuarbeiten. Mirko Lindstädt möchte sich in der derzeitigen Projekt-Phase noch nicht detailliert zu seinem Vorhaben äußern. Zu viele Schritte liegen noch vor ihm. Im November vorigen Jahres hatten die Stadtverordneten zunächst der Aufstellung eines Bebauungsplans für das Quartier zugestimmt.

Erstmals ins öffentliche Blickfeld geraten war das Quartier im Zusammenhang mit der Diskussion um den Finsterwalder Beitrag im Bundeswettbewerb um die Zukunftsstadt. Obwohl sich diese Verknüpfung am Ende nicht herstellen ließ, strebt Mirko Lindstädt die Entwicklung eines Wohnquartiers in bester Lage zum Stadtzentrum an. Dass er es auf der Industriebrache mit Altlasten zu tun bekommen würde, ist keine Überraschung.

Auf dem gut 15 000 Quadratmeter großen Grundstück befinden sich mehrere Gebäude, die ehemals gewerblich genutzt wurden und seit Jahrzehnten dem Verfall ausgesetzt sind. Dem Verdacht auf vorhandene Altlasten ist nunmehr ein vereidigter Sachverständiger für Altlastenerkundung, -bewertung und Sanierung nachgegangen und hat den Stadtverordneten seine Ergebnisse vorgelegt. Auf zehn Teilflächen sind Proben entnommen worden. Die untersuchten Bodenproben zeigten teilweise erhöhte Konzentrationen an Arsen und Benzo(a)pyren (PAK). In drei von zehn untersuchten Proben wurden zulässige Werte für eine Wohnnutzung überschritten. Fazit des Gutachters: Für eine eventuelle Nutzung des Grundstücks zur Wohnbebauung wären bei direkter Zugänglichkeit des schadstoffbelasteten Bodens Gefährdungen zu erwarten, so dass ein Bodenaustausch oder eine Abdeckung erforderlich wäre. Diese müsse mindestens zehn Zentimeter mächtig sein. In Bereichen, in denen Kinder spielen, betrage die erforderliche Abdeckung mindestens 35 Zentimeter. In der kommenden Woche entscheidet die Stadtverordnetenversammlung, ob sie dem Votum der Ausschüsse folgt und Mirko Lindstädt weiter an der Umsetzung seines Plans arbeiten kann.

(gb)