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| 01:09 Uhr

Turnhalle ist ein saniertes Denkmal

Doberlug-Kirchhain.. Eines der 50 Objekte, die in Brandenburg zum bundesweiten Tag der Architektur in die Liste der Gebäude eingestuft wurde, deren architektonische Bedeutung einen überdurchschnittlichen Wert darstellen, ist die Turnhalle in der Waldhufenstraße. Baulich interessierte Besucher konnten sich von Chris Heller, dem Architekten, der die Sanierung der Halle betreute, fachkundige Auskunft über die architektonischen Besonderheiten des Gebäudes geben lassen. Von Kraft Stöber

1910 wurde die Turnhalle gebaut, bereits 1920 erfolgte die erste Veränderung: Ein Anbau an das ursprünglich sehr symmetrische Gebäude erfolgte. Das Dach war zwischenzeitlich zwar neu gedeckt worden, aber es war altersschwach, und es gab eine Menge Stellen, an denen es durchregnete. „Wäre 2002 die Außenhüllensanierung nicht auf den Weg gebracht worden, dann wäre die Halle in wenigen Jahren nicht mehr zu retten gewesen“ , ist sich Chris Heller sicher.

Das sahen auch die Stadtverordneten und ihnen allen voran der Bürgermeister Bodo Broszinski so. Sie kümmerten sich um Fördermittel und brachten die erforderlichen 20 Prozent Eigenkapital auf. Im August 2002 begannen die Bauarbeiten durch die Firma Eichstädt. Es war nicht nur fachliches Können sondern auch Tempo gefragt. Im Dezember musste alles fertig sein, sonst wäre ein Teil der Fördermittel verloren gegangen.

Was ursprüngliches Gebäude und was Anbau ist, kann man zuerst durch die unterschiedlichen Klinkerbrände unterscheiden. „Außerdem habe ich durch farbliche Unterschiede bei den Fenstern die optische Trennung noch einmal unterstrichen“ , erklärt der Architekt. Überhaupt sind die Fenster etwas Besonderes an der unter Denkmalschutz stehenden Turnhalle. Im runden Bogen sind die Oberlichter mit ihren Sprossen zu einem Sonnenmotiv gearbeitet. Unter den strengen Auflagen des Denkmalschutzes wurde das Eingangsbauwerk völlig neu gebaut. „Es war vor allem durch Baumwurzeln so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass die Risse nicht mehr geschlossen werden konnten und die gesamte Standsicherheit in Frage gestellt war“ .
Was nun nicht mehr sichtbar ist, aber letztlich von entscheidender Bedeutung war, ist das Dachtragwerk. Es war massiv verfault und musste praktisch komplett ausgewechselt werden.
Pünktlich zum Jahresende war die Halle saniert - zumindest außen. Innen steht auch Bedürftigkeit an, aber weil noch kein schlüssiges Nutzungskonzept erarbeitet werden konnte und weil ohne so ein Konzept an einen weiteren Antrag auf Fördermittel überhaupt nicht zu denken ist, wird es sicher noch einige Zeit dauern, bis wieder Leben in die Halle einzieht.