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| 02:35 Uhr

Turnhalle hat Auffrischung bitter nötig

Der Tröbitzer Bürgermeister Holger Gantke vor der sanierungsbedürftigen Turnhalle.
Der Tröbitzer Bürgermeister Holger Gantke vor der sanierungsbedürftigen Turnhalle. FOTO: Heike Lehmann
Tröbitz. Ende der 1950er-Jahre ist die Turnhalle in Tröbitz errichtet worden. Sie hat seit langem eine dringende Auffrischung nötig. Es regnet durchs Dach, das Parkett fault weg, die Wände sind feucht und rissig. Zu all dem wurden im Zwischendach jetzt auch noch Fledermaus-Quartiere entdeckt. Heike Lehmann

Seit Jahren ist die Turnhalle ein Sorgenkind von Bürgermeister Holger Gantke. Er beschreibt: "Das Dach ist undicht. Wenn sich auf dem Parkett Pfützen bilden, wird es gefährlich glatt und hat schon zu bösen Verletzungen geführt. Als sich die Platten an der Zwischendecke im Herbst 2012 zu sehr vollgesaugt hatten, haben wir die Halle aus Sicherheitsgründen zeitweilig sperren müssen." Die Halle wird rege genutzt für den Schulsport, vom Fußball- und Badmintonverein, den Gymnastikgruppen und der Handball-Abteilung. "Wir haben in Tröbitz keinen Jugendklub. Unsere Jugend trifft sich hier bei den Sportvereinen", sagt der Bürgermeister. Michael Lenk, Vorsitzender des Badmintonvereins, sagt: "Das werden harte Monate, wenn die Halle Baustelle ist und auf andere Hallen der Region ausgewichen werden muss." Er hofft auf einen zügigen Bauverlauf und dass es in der Zeit nicht zu einem Aderlass bei den Mitgliederzahlen kommt. Nach kleineren Schritten - in den vergangenen Jahren wurden die sanitären Anlagen erneuert - stehen die Zeichen endlich auf Grün, dass in diesem Jahr an dem in die Jahre gekommenen Bau geklotzt werden kann. Dach und Hallenboden werden erneuert. Damit sich die Gemeinde diesen Ruck leisten kann und es Fördergeld dafür gibt, wurde die Grundsteuer angehoben. Mit Eigenleistungen wird das Geld "gestreckt".

Dass zu den einfachen Baumaßnahmen, die sich vermutlich ohnehin bis zum Herbst hinziehen, jetzt noch umfangreiche Artenschutzmaßnahmen kommen, treibt dem Bürgermeister Sorgenfalten auf die Stirn. Im Zwischendach wurden deutliche Hinweise auf "eine ziemlich umfangreiche Wochenstube von Fledermäusen" gefunden, sagt Thomas Spillmann-Freiwald, Sachgebietsleiter der unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Elbe-Elster. Das Sommer-Quartier war bis dahin nicht bekannt. Mit welchen Fledermausarten man es zu tun hat, kann bislang noch keiner sagen, weil sich die Tiere momentan im wärmeren Süden aufhalten. "Das Bundesnaturschutzgesetz verlangt entsprechende Maßnahmen zur Stützung der Population - konsequent und konstruktiv", verteidigt Spillmann-Freiwald die ökologische Baubegleitung und das Umsiedlungsprojekt für die Tiere. Man habe sofort reagiert. In einer gemeinsamen Beratung mit Amt und Gemeinde habe man nach einer Lösung gesucht.

Für Holger Gantke ist der Aufwand für das "neue Fledermaushotel", von dem heute noch keiner weiß, ob es die Tiere annehmen werden, übertrieben. "Für das Geld würde ich lieber ein neues Reck kaufen", sagt er deutlich.