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Finsterwalder Weihnachtsmarkt
Tullilo-Land begeistert die Kinder

Der Weihnachtsmann und die Wichtel waren von Kindern dicht umringt.
Der Weihnachtsmann und die Wichtel waren von Kindern dicht umringt. FOTO: Torsten Pötzsch
Finsterwalde. Was das Treiben auf dem Finsterwalder Markt angeht, so konnte sich 2017 wirklich sehen lassen. Glänzender Abschluss war der Weihnachtsmarkt am Wochenende. Von Torsten Pötzsch

Es war vor Jahren durchaus eine kluge Entscheidung der Stadt, die Ausrichtung des Weihnachtsmarktes in die Hände des Jungunternehmervereins zu legen, denn dessen Mitglieder lassen sich immer jede Menge einfallen, um alle Geschmäcker und Generationen zu bedienen. Dabei gibt es auch Traditionen, an denen nicht gerüttelt wird. Wie zum Beispiel der große Stollenanschnitt am Samstag. Diesmal durften Bäckermeister Steffen Dietrich und sein Team ran. Deren drei Meter langer Stollen war im Handumdrehen verzehrt. Bürgermeister Jörg Gampe ließ es sich nicht nehmen, bei der Verteilung mitzuhelfen.

Fünf Kilo Butter steckten im Stollen, mehr verriet Steffen Dietrich nicht über das Rezept. „Das stammt noch von meinem Vater Joachim Dietrich und ist Betriebsgeheimnis. Mitgebracht hat es mein Vater aus seiner Zeit, als er als Bäcker in Dresden arbeitete. Er hat es natürlich noch etwas verfeinert.“

Eine gute Tradition auf dem Weihnachtsmarkt ist es auch, dass viele Vereine und Verbände einen Stand mieten und mit dem Erlös später Gutes tun. So wie die Männer und Frauen vom Rotary Club um Ulrich Tallarek. Der besorgte schon im zwölften Jahr einen guten französischen Bankettwein der Sorte Cotes du Roussillou, aus dem ein leckerer Glühwein gezaubert wurde, der dann reißenden Absatz fand. „Die Kita Waldwichtel in Kraupa wünscht sich für die Kinder einen Bauwagen. Diesen Wunsch werden wir wohl erfüllen können“, verriet Ulrich Tallarek.

Schlichtweg überwältigt von der Resonanz auf ihre Angebote waren Ulrike und Tilo Krause, die aus dem Atrium ein Tullilo-Land für die kleinsten Besucher machten. Zeitweise gab es kein Durchkommen mehr, so fasziniert waren die kleinen Finsterwalder, die am liebsten gar nicht mehr nach Hause wollten. Beide Hauptakteure stammen aus Finsterwalde, leben aber heute in Teltow. So oft es geht, kehren sie in heimatliche Gefilde zurück. „Die Idee zum Tullilo-Land ist eigentlich schon zu den Zeiten entstanden, als ich noch bei ,Jugend mischt mit’ mitgemischt habe“, erzählte Ulrike Krause. „Wir freuen uns, dass wir die Kinder auf verschiedenste Art und Weise unterhalten dürfen. Dass das so gut angenommen wird, da sind wir schon etwas baff und natürlich freudig überrascht. Bis jetzt hatten wir nur positives Feedback. So hoffen wir, dass wir im kommenden Jahr wieder dabei sein dürfen.“

Natürlich brauchten Ulrike und Tilo Krause für ihr Unternehmen Tullilo-Land viele fleißige Helfer. „In den drei Tagen unterstützen uns fast 30 Leute. Da sind die ABI-Crew genauso dabei wie die angehenden Erzieher aus dem OSZ“, verraten sie.

Als die Kleinsten müde und sicherlich glücklich endlich im Bett lagen, zog es viele Erwachsene erneut auf den Markt, denn mit der Express-Party-Band am Freitag und „Look sharp“ am Samstag ging es weniger besinnlich, eher rockig zur Sache. „Look sharp“ um Frontmann Marco Terbeek kommen aus Emmen in Holland. Sie spielen oft in Deutschland. Doch so weit in den Osten – sieben Stunden Fahrt – hat es sie noch nie verschlagen. „Das wird sicherlich schön“, freute sich Marco Terbeek vor dem Auftritt. „Es macht alles einen sehr gemütlichen Eindruck und die Leute scheinen auch gut drauf zu sein.“ So war es. „Look sharp“ kam an und das lag am Ende nicht nur daran, dass sie eine Roxette-Tribut-Band sind, deren Musik auch in Finsterwalde scheinbar viele Freunde hat. „In unserer Band spielen Profis und Semiprofis. Egal wo wir sind, wir wollen den Leuten immer eine gute Show bieten.“ Das bewiesen sie den Finsterwaldern und Gästen bis spät in den Samstagabend.


Anschnitt des drei Meter langen Stollens von Bäckermeister Steffen Dietrich mit Bürgermeister Jörg Gampe.
Anschnitt des drei Meter langen Stollens von Bäckermeister Steffen Dietrich mit Bürgermeister Jörg Gampe. FOTO: Torsten Pötzsch